Sa, 25. November 2017

Kühe auf A4 verendet

11.02.2016 11:31

Transporter kracht gegen Tunnelportal - Lenker tot

Auf der Ostautobahn (A4) ist in der Nacht auf Donnerstag auf Höhe der Raststation Göttlesbrunn bei Fischamend ein Tiertransporter verunglückt. Der mit rund 50 Rindern beladene Lkw durchbrach nahezu ungebremst die Mittelleitschiene und krachte gegen ein Tunnelportal. Der 52-jährige Fahrer starb noch an der Unfallstelle. Zahlreiche tote bzw. verletzte Kühe mussten neben dem Wrack geborgen werden. Die A4 wurde für die umfangreichen Aufräumarbeiten insgesamt elf Stunden lang komplett gesperrt.

Entgegen erster Vermutungen - zunächst war man von Sekundenschlaf ausgegangen - dürfte ein Reifenplatzer für den Unfall verantwortlich gewesen sein. Die Spurenlage zeige einen Reifenplatzer links vorne, sagte Willy Konrath von der Landesverkehrsabteilung Niederösterreich.

Zudem habe ein Zeuge gesagt, dass das Schwerfahrzeug mit Kufsteiner Kennzeichen plötzlich zu schlingern begonnen habe. Der Lkw krachte danach gegen die Mittelleitschiene, schlitterte den Fahrbahnteiler etwa 150 Meter entlang und zerschellte schließlich am mittleren Betonpfeiler einer Grünbrücke. Der Anprall war so heftig, dass die Fahrerkabine in Kopfhöhe des Lenkers abgerissen wurde. Der Mann am Steuer war auf der Stelle tot.

Zahlreiche Rinder verendet
Keine Überlebenschance hatten der Feuerwehr zufolge auch zahlreiche Kühe und Kälber. Einige der Tiere wurden aus dem aufgerissenen und gekippten Sattelaufleger auf die Fahrbahn geschleudert, 15 verendeten noch an Ort und Stelle. Teils schwer verletzte Rinder rannten auf der Autobahn umher und mussten eingefangen werden, so Feuerwehrsprecher Franz Resperger. Danach mussten weitere 15 vom Tierarzt erlöst werden. Laut ÖAMTC wurden Kadaver zum Teil mit Kränen geborgen. Etwa 20 Rinder überlebten den Unfall.

Die Brücke wurde nach dem Crash von Statikern begutachtet und mittlerweile für in Ordnung befunden, hieß es. Offen ist noch die Auswertung des Fahrtenschreibers, so Konrath. Das Schwerfahrzeug selbst wurde für eine technische Begutachtung durch einen Sachverständigen sichergestellt.

Nach insgesamt mehr als elfstündiger Sperre konnte die A4 in Fahrtrichtung Wien gegen 11 Uhr wieder zweispurig für den Verkehr freigegeben werden, auch Richtung Ungarn sollte demnächst zumindest eine Spur wieder befahrbar sein. Die Reparaturarbeiten an der Betonmitteltrennung sind im Gange.

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