Di, 17. Oktober 2017

Noch mehr Zäune?

11.02.2016 06:08

Spielfeld-Sperren lenken Asylstrom nach Ungarn

Die strengen österreichischen Grenzkontrollen zeigen immer deutlichere Auswirkungen, wie auch die "Krone" zuletzt berichtete. Die Ausweichbewegung des Asylstroms nimmt immer konkretere Formen an. So scheint nun auch Ungarn, das sein Flüchtlingsproblem mit letztem Herbst gelöst glaubte, doch wieder Zielland zu werden. Die Regierung in Budapest erwägt daher bereits die Errichtung von weiteren Grenzzäunen.

Einige Monate lang gingen die auf der Balkanroute marschierenden Flüchtlinge den "Weg des geringsten Widerstandes", doch seit den scharfen Kontrollen in Spielfeld hat sich der Asylstrom teilweise gesplittet. Vor allem jene, die nicht aus Syrien kommen, und daher von den Behörden eher als "Wirtschaftsmigrant" eingestuft werden, versuchten zuletzt vermehrt auch wieder über die ungarische Grenze in EU-Gebiet zu gelangen.

Ungarische Gefängnisse sind voll
Erst am Dienstag gab es einen entsprechenden Vorfall in Röszke, als eine größere Gruppe von Asylwerbern den Grenzzaun überwinden wollte. Der Großteil floh, als die Polizei sich näherte, 24 Personen aus Pakistan, Indien und Nepal wurden aber festgenommen. Dies verschärft aber auch ein Problem der Ungarn, denn die Gefängnisse des Nachbarlandes sind mittlerweile voll. Seit September haben ungarische Gerichte etwa 1100 Menschen wegen illegalen Grenzübertritts verurteilt. Ein stärkeres Umlenken des Flüchtlingsstroms könnte zu noch gröberen Komplikationen führen.

Auch die bisher ungesicherte Grenze zu Rumänien könnte für die Flüchtlinge zunehmend verlockender werden. Nicht zuletzt deshalb überlegt unser Nachbarland, auch dort einen Zaun hochzuziehen. Dadurch wären aber politische Spannungen mit Bukarest vorprogrammiert.

Österreichs Grenzkontrollen zeigen Wirkung
Wie berichtet ist vor allem Österreichs scharfes Grenzmanagement für diese Entwicklung verantwortlich. Im Verteidigungsministerium wird daher auch bereits die nächste Eskalationsstufe geplant und Sicherungsmaßnahmen in Nickelsdorf und am Brenner erwogen.

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