Sa, 18. November 2017

Wegen Sanktionen

08.02.2016 20:21

Frostige Zeiten zwischen Salzburg und Russland

Die Ukraine-Krise und Russlands Verhalten dabei führten zu Wirtschaftssanktionen der Europäischen Union gegen Putins "Reich", erst im Dezember 2015 wurden diese verlängert. Ein Zeichen gegen die kriegerischen Auseinandersetzungen, aber mit Milliardenverlusten für die Wirtschaft, die auch in Salzburg deutlich zu spüren waren und sind - die Sanktionen erwiesen sich als Bumerang.

Beispiel Tourismus: Im vergangenen Winter gingen die russischen Nächtigungszahlen im Gasteinertal um zirka 40 Prozent zurück, in Zell am See und Kaprun waren es über 20 Prozent. "Das konnten wir mit anderen Herkunftsländern großteils kompensieren. Diese Gäste geben aber meistens nicht so viel aus, wie jene aus Russland", so der Tourismuschef im Gasteinertal Franz Naturner. Auch der Salzburger Flughafen verzeichnete, seit die Sanktionen gegriffen haben, weniger ankommende Passagiere aus Russland. "1995 haben wir mit 697 begonnen, 2013 waren es über 55.000 und 2014 dann nur mehr 38.000. Aber ich glaube, diese Gäste werden wieder kommen", so Sprecher Alexander Klaus.

Der schwache Rubel und die Wirtschaftskrise
Alleine die Sanktionen sind es freilich nicht, die dem heimischen Tourismus und der Wirtschaft Verluste bescheren. Der schwache Rubel und der Zusammenbruch der russischen Wirtschaft - zum Teil durch die abgekühlten Beziehungen zu Europa verursacht - verlagert die Geschäfte in Richtung Osten, meistens China. Die Russen machen im eigenen Land Urlaub, wenn es ihnen auch nicht so gefällt wie in Österreich, kaufen im eigenen Land, um zu zeigen, dass es auch ohne Europa und unsere Produkte geht. Und das ist der Punkt, wo ein Salzburger Paradeunternehmen durch geschickte Züge die Konkurrenz Schachmatt setzt: Palfinger.

Der Kranhersteller hat drei Werke mit 1.800 Mitarbeitern in Russland plus zwei Joint Ventures, fliegt somit unter dem Radar der Sanktionen. "Der Export ist komplett zusammen gebrochen, das muss man sagen. Das liegt vor allem am schwachen Rubel. Aber da wir vor Ort produzieren, sind wir sozusagen eine heimische Firma, die auch leistbare Produkte herstellt", so der Konzernsprecher Hannes Roither. Vor zirka zehn Jahren hat sich Palfinger entschlossen, nicht nur weltweit zu verkaufen, sondern auch zu produzieren. Diese Strategie geht jetzt nicht nur in Russland voll auf, sondern zum Beispiel auch in Südamerika, wo die Schutzzölle der weniger schlauen Konkurrenz zu schaffen machen. Die Zahlen, die das Salzburger Unternehmen damit schreibt, brachen 2015 Rekorde. Knapp 1,3 Milliarden Euro Umsatz, das ist ein Plus von mehr als 15 Prozent, zirka sechs Prozent davon entfallen auf den russischen Markt.

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