Fr, 24. November 2017

Kaffeesieder-Causa

08.02.2016 16:50

Ex-Obmann steckte Vereinsgelder in sein Café

Wo sind 165.000 Euro aus der Vereinskasse der Wiener Kaffeesieder, die ihr Ex-Obmann genommen hat? Maximilian Platzer, Betreiber des Café Weimar am Alsergrund, nimmt in der "Krone" nach Aufkommen des Falls erstmals Stellung: "Ich habe das ganze Geld in den Betrieb gesteckt, auch um meine 16 bis 17 Mitarbeiter bezahlen zu können."

2015 lief es im Weimar nicht gut: die Wirtschaftskrise, weniger Kunden, und die, die kamen, bestellten weniger. Auf der anderen Seite hohe Löhne ("Alle meine Kellner sind Vollzeit angemeldet."), hohe Behördenauflagen, diverse Abgaben, Krankenkasse etc. Ab Sommer wurde es dann richtig eng - so eng wie noch nie in den 36 Jahren, in denen Platzer das Weimar führt.

"Ja, ich habe 165.000 Euro aus der Vereinskasse genommen. Ich hätte das von der Klubleitung absegnen lassen müssen. Es war mir peinlich, deshalb hab' ich es nicht getan", sagt er reumütig. Das Geld will der Unternehmer - wie mit dem Klub bereits vereinbart - zurückzahlen - 50.000 Euro sofort, 2000 Euro in monatlichen Raten. Woher? "Ich habe Kollegen, die mir finanziell helfen wollen." Der Rückzahlungsplan sei auf solider Basis aufgestellt, so Platzers Anwalt Constantin Eschlböck. Ungeklärt ist noch die Frage des Garderobengeldes. Hier geht es um weitere 65.000 Euro, die dem Ball-Organisator zugeflossen sind. Platzer sieht sie als Aufwandsentschädigung.

Der Klub will sie offenbar nicht zurückhaben. Die Wirtschaftskammer dürfte anderer Meinung sein. Als Sponsor des Vereins hat sie, wie berichtet, eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft eingebracht.

Neue Obfrau will Verein sanieren
Der Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer richtet nicht nur den renommierten Kaffeesiederball aus. Der Privatverein erhält auch jährlich 20.000 Euro von der Stadt Wien, um in mehreren Kaffeehäusern Klavierspieler zu sponsern. "Wir haben die Rechnungen gesehen. Unsere Subvention ist immer ordnungsgemäß verwendet worden", so eine Sprecherin aus dem Kulturstadtratsbüro. Die neue Obfrau, Anna Karnitscher, will nun den Verein sanieren: "Wir haben beim Ball mehr Geld ausgegeben als eingenommen."

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