Sa, 21. Oktober 2017

17 Verschüttete

07.02.2016 11:24

Fünf Tote bei Lawinenabgang in Tirol

Schreckliches Bergdrama in der Wattener Lizum in Tirol: Samstagmittag löste sich eine Riesenlawine und verschüttete insgesamt 17 Wintersportler! Fünf Menschen kamen dabei ums Leben, zwei wurden verletzt. Die zehn weiteren Personen kamen mit einem Schock davon.

Im Minutentakt waren Bergretter am Samstag in ganz Tirol wegen Lawinenabgängen im Dauereinsatz - es herrschte Gefahrenstufe 3. Während mehrere Abgänge glimpflich endeten, kam es kurz nach Mittag in der Nähe der Lizumer Hütte im Gemeindegebiet von Wattenberg zur Tragödie. Auf dem Truppenübungsgelände des österreichischen Bundesheeres, das abseits von Übungen auch von Skitourengehern genutzt werden darf, löste sich ein riesiges Schneebrett.

"Lawine war gewaltig"
"Die Lawine in der Wattener Lizum war gewaltig, und sie löste parallel dazu weitere größere Schneebretter in der Umgebung aus", so Patrick Nairz vom Lawinenwarndienst Tirol. Demnach war der Lawinenkegel zwei Kilometer breit und fünf Meter hoch.

Zwei tschechische Gruppen mit zwölf bzw. fünf Wintersportlern wurden von den Schneemassen zum Teil begraben. "Leider gibt es fünf Todesopfer zu beklagen", berichtete Bezirkspolizeikommandant Gerhard Niederwieser.

Die beiden bei dem Lawinenunglück verletzt geborgenen Tourengeher schweben nach bisherigen Informationen nicht in Lebensgefahr, sagte Niederwieser.

Ob die Wintersportler die Lawine selbst auslösten, ist bislang unklar und Gegenstand von Ermittlungen. Die großteils bis zu 35 Jahre alten Tschechen hielten sich laut Polizei im Rahmen eines "Freeride-Camps" in Tirol auf.

Nach Angaben der Exekutive waren die zwei Gruppen gerade im steilen Gelände auf dem Weg von der Lizumer Hütte auf den 2857 Meter hohen Geier in den Tuxer Alpen unterwegs, als es zu dem Lawinenabgang kam.

Um 12.14 Uhr wurden die Einsatzkräfte alarmiert, offenbar durch eine andere Tourengruppe. Beim Eintreffen der Rettungskräfte hatten sich einige Wintersportler bereits selbst aus der Lawine befreien können. Die letzte Bergung eines Verschütteten fand kurz vor 15.30 Uhr statt.

Im Einsatz standen die Ortsgruppen Tux, Wattens und Mayrhofen der Bergrettung mit zahlreichen Lawinenhunden, zwei Notarzthubschrauber, ein Helikopter des Innenministeriums und einer des Bundesheeres sowie zahlreiche Einsatzkräfte der Blaulichtorganisationen.

Hüttenwirt warnte Gruppe vor Lawinengefahr
Eine Gruppe hatte vor der Tour auf den Geier in der Lizumer Hütte übernachtet, die andere stieß ein wenig später hinzu. Der Hüttenwirt habe die tschechischen Wintersportler mehrfach auf die Gefährlichkeit der Tour hingewiesen und davon abgeraten, sagte Martin Waldhart von der Bergrettung Wattens. Er sprach von einer "absoluten Risikozone", in der sich die Tschechen bewegt hätten.

18 Lawinen in Tirol, 24 Verschüttete
Insgesamt sind am Samstag in Tirol 18 Lawinen abgegangen. Außer den 17 tschechischen Freeridern in der Wattener Lizum wurden sieben weitere Personen verschüttet. Zwei Personen wurden dabei verletzt, die anderen konnten sich Polizeiangaben zufolge selbst befreien oder wurden von Rettungskräften geborgen.

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