Di, 17. Oktober 2017

Milde Strafe

03.02.2016 11:10

Nur 18 Monate Haft für dreisten Serientäter

Ein Bär von einem Mann stand am Dienstag in Eisenstadt vor Richter Wolfgang Rauter. Der 43-jährige Angeklagte hatte in das ÖGB-Gebäude in Eisenstadt sowie in das Gemeindeamt von Großhöflein eingebrochen. Bei gerade einmal rund 2300 Euro Beute verursachte er einen Sachschaden von mehr als 14.000 €!

Fast könnte man Mitleid mit dem Angeklagten haben, der kleinlaut und flüsternd geständig war. Aber eben nur fast. Denn der Beschuldigte ist alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Schon 2011 hatte er dreieinhalb Jahre Haft wegen mehrerer Einbrüche mit 65.000 Euro Beute ausgefasst. Nach der Entlassung wollte er "ein anständiges Leben" beginnen, doch aus "gesundheitlichen Gründen" wurde es nichts mit einem neuen Job.

Um seiner Partnerin und deren Kindern "Weihnachtsgeschenke kaufen zu können", geriet der Mann abermals auf die schiefe Bahn. Beim ÖGB erbeutete er 177 Euro, im Gemeindeamt von Großhöflein waren es rund 2100. Auf frischer Tat ertappt, klickten für ihn die Handschellen.

Trotz Vorstrafen fiel das Urteil mild aus: eineinhalb Jahre unbedingt (nicht rechtskräftig). Denn seit einer Justizreform liegt die Höchststrafe für diese Taten statt bei zehn nur noch bei drei Jahren Haft. Ein Umstand, der von Justizinsidern immer wieder hinter vorgehaltener Hand scharf kritisiert wird: "Solche Strafen vermitteln dem Verurteilten eine völlig falsche Botschaft und haben keine abschreckende Wirkung mehr."

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