Fr, 24. November 2017

Yes, I‘m A Witch Too

15.02.2016 10:15

Songs von „Hexe“ Yoko Ono in neuem Gewand

In den vergangenen 15 Jahren hat Yoko Ono Remixern und DJs aus aller Herren Länder regelmäßig Songs aus ihrem mannigfaltigen u­v­re zur Bearbeitung überlassen und es mit deren Neubearbeitungen bislang zwölfmal auf Platz eins der Billboard-Dance-Charts geschafft. Für ihr neues Album "Yes, I'm A Witch Too" haben sich befreundete DJs und Musiker mit ihren Mitteln dem Schaffen der Witwe von John Lennon genähert.

Jahrzehntelang wurde die Fluxuskünstlerin, Autorin, Filmemacherin, Sängerin, Komponistin, Feministin und Pazifistin immer wieder als die "böse Hexe im Beatles-Märchen" gescholten, und ihr vorgeworfen, sie sei wegen ihrer Hochzeit mit John Lennon für die Trennung der Beatles verantwortlich gewesen. Ono, die am 18. Februar 83 Jahre alt wurde, hat sich um solche Vorwürfe stets wenig gekümmert, der trotzige Titel "Yes, I'm A Witch Too" (Ja, ich bin auch eine Hexe) kommt aber sicherlich nicht von ungefähr.

Fortsetzung von 2007 veröffentlichter Platte
Das neue Werk ist quasi die Fortsetzung ihres 2007 veröffentlichten und höchst hörenswerten Albums "Yes, I'm A Witch", auf dem sich unter anderem Cat Power, die Flaming Lips, Antony (von Antony And The Johnsons) und Porcupine Tree der teils Jahrzehnte alten Songs angenommen haben, ihnen ein modernes musikalisches Outfit verpassten, dabei aber überwiegend auf die Original-Vocals von Ono zurückgriffen. Das Konzept hinter "Yes, I'm A Witch Too" ist ident mit dem des Vorgängers: Die Künstler durften sich ein Stück der Lennon-Witwe aussuchen und dieses bearbeiten oder remixen.

Echte Yoko-Ono-Fans (ja, die gibt es wirklich und sie werden immer zahlreicher) kennen einen Teil der Tracks - vor allem die Dance-Remixe - schon. Etwa die 2013 nur als Download-Single erschienene, knapp dreiminütige Maestro Version ihres Klassikers "Walking On Thin Ice" (siehe Video) von Danny Tenaglia - eine Kurzfassung des epischen, 12:33 Minuten langen Grand Ballroom Remix im Klassik-Gewand der New Yorker House-Legende. Der, ebenso wie die vom kalifornische Glamrock-/Disco-Duo The Sparks aufgenommene Neuinterpretation von "Give Me Something" und der Dave Aude Radio Edit von "Wouldnit" (beide 2010 veröffentlicht) Ono auf Platz eins der Billboard-Dance-Charts katapultierte.

Auch der Penguin Prison Remix des Produzenten und Electropopers Chris Clover von "She Gets Down On Her Knees" war bereits 2012 als Teil von Yoko Onos Remix-Projekt als Download-Single erhältlich. Ähnliches gilt für die tUnE-yArDs-Version des Songs "Warrior Woman", die Anfang 2013 in Form einer auf 1000 Stück limitierten Vinylsingle im Mini-LP-Format (sowie als Download) erhältlich war.

Bunter und vielfältiger Stil- und Musikmix
So vielfältig wie das u­v­re der Lennon-Witwe, das vom Free Jazz, über die Avantgarde bis hin zu Pop- sowie Dance-Songs reicht, und die mitwirkenden Musiker - darunter Indie-Acts wie Death Cab For Cutie, das schwedische Trio Peter Bjorn and John oder die Electropop-Band Miike Snow - so unterschiedlich sind auch die insgesamt 17 Neuinterpretationen (im Stream auf Soundcloud) ausgefallen. Fast logisch, dass das Album daher stilistisch uneinheitlich und etwas zerfahren wirkt. Doch anderseits macht gerade der bunte Musikmix diese Platte so richtig interessant.

Zu den besten Stücken auf "Yes, I'm A Witch Too" gehören "Dogtown" im Remix ihres Sohnes Sean Lennon, der Blow-Up Remix des amerikanischen DJ-Duos Claudio Camaione und Paolo Cilione von "Approximately Infinite Universe", "Coffin Car" (Automatique Remix), John Palumbos sphärische Version von "I Have A Woman Inside My Soul" und der Punk-Klassiker "Move On Fast". Cibo Matto haben sich gekonnt "Yes, I'm Your Angel" vorgeknöpft, Death Cab For Cutie brillieren mit "Forgive Me My Love" und Moby hat Onos 1980er-Dance-Titel "Hell In Paradise" in einen radikal reduzierten, knapp zehnminütigen Techno-Clubtrack für die Jetztzeit transformiert.

Ab 4. März auch als Doppel-LP erhältlich
Das von Yoko Ono gemeinsam mit Rob Stevens produziert Album erscheint - einen Tag nach Onos Geburtstag - am 19. Februar bei der Los Angeles ansässigen Manimal Group (Vertrieb in Österreich durch Hoanzl) und ist auf CD bzw. als Download sowie - ab 4. März - als Doppel-LP (ohne den Moby-Track), erhältlich.

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