Fr, 24. November 2017

Therapie in Bukarest

01.02.2016 09:41

Streuner helfen Kindern mit Beeinträchtigungen

Im neuen "Vier Pfoten"-Zentrum für tiergestützte Therapie in Bukarest werden ab jetzt Kinder mit Beeinträchtigungen von ehemaligen Streunerhunden und deren Hundeführern therapiert - und das völlig kostenlos für die kleinen Patienten, denn das Therapiezentrum ist zu 100 Prozent spendenfinanziert. Vergangene Woche fand die feierliche Eröffnung statt.

Vor Ort war auch Heli Dungler, Gründer und Präsident der "Vier Pfoten". "Für uns erfüllt sich ein lang und hart erarbeiteter Traum", sagt er. "Wir können Menschen und Tieren gleichzeitig helfen und so der Welt zeigen, welch wertvollen Betrag Streunerhunde in unserer Gesellschaft leisten können. Es ist das erste Zentrum dieser Art, wo als Therapiehunde ausgebildete Streuner Kindern mit besonderen Bedürfnissen helfen." Die Sitzungen sind dabei stets von einem Physiotherapeuten beaufsichtigt und werden von den Hundeführern begleitet.

Streuner besonders gut für Therapieeinsatz geeignet
Die positiven Wirkungen tiergestützter Therapie wurden lange Zeit unterschätzt, doch das neue Zentrum wird zeigen, wie Hunde in gezielten Therapiesitzungen zum physischen und emotionalen Wohlbefinden von Kindern beitragen können. Kinder, die durch Behinderungen beeinträchtigt sind, bauen in der tiergestützten Therapie ihr Selbstbewusstsein auf, indem sie zum Beispiel lernen, den Hund zu füttern und zu belohnen. Im Gegensatz zu Menschen gehen Tiere völlig vorbehaltlos auf die kleinen Patienten zu. Gerade Streuner eignen sich mit ihrer Energie und Anpassungsfähigkeit besonders für den Therapieeinsatz.

"Zentrum kann einen wertvollen Beitrag leisten"
Victor Chitic betreut als Physiotherapeut das Projekt und forscht zudem  im Bereich "Mensch-Tier-Beziehung" an der Babes-Bolyai Universität in Rumänien. Das neue Therapiezentrum plant auch eine Kooperation mit  Forschungseinrichtungen. Für Chitic ist das ein großer Schritt in die richtige Richtung: "Dieses Forschungsgebiet wurde bisher eher stiefmütterlich behandelt, obwohl es im Bereich der Physiotherapie immer mehr Bedarf in dieser Richtung gibt. Das 'Vier Pfoten'-Therapiezentrum kann hier einen wertvollen Beitrag leisten."

2016 werden bis zu 50 Kinder betreut
Das Projekt "Dogs for People" bietet bereits seit 2004 tiergestützte Therapie mit Streunerhunden in Rumänien an. Unterstützt von lokalen Behörden wurden Kinder mit besonderen Bedürfnissen bisher in Gemeindezentren betreut. Allerdings waren die Möglichkeiten des "Dogs for People" Teams aufgrund des Platz- und Ressourcenmangels stark eingeschränkt. Mit dem neuen Zentrum wird das nun anders: Das Team hat dort mehr Platz und neues Equipment zur Verfügung und wird 2016 bis zu 50 Kinder betreuen können.

Wichtiger Schritt für rumänische Streunerhunde
Die Eröffnung des neuen Zentrums ist gleichzeitig ein wichtiger Schritt für die Streunerhunde in Rumänien. Diese werden bereits seit Jahren verfolgt; eine humane, nachhaltige Lösung konnte nach wie vor in vielen Städten, darunter auch Bukarest, nicht implementiert werden. Die Etablierung von tiergestützter Therapie mit ehemaligen Streunern ist eine von mehreren Maßnahmen (darunter Kastrationsprogramme und Kampagnenarbeit), welche die "Vier Pfoten" ergriffen haben, um zu zeigen, dass diese Tiere für unsere Gesellschaft wertvoll sind.

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