Di, 24. Oktober 2017

Bei Brasilien-Reise

28.01.2016 10:55

Österreicherin infizierte sich mit dem Zika-Virus

Das derzeit in Lateinamerika grassierende Zika-Virus ist nun auch in Österreich diagnostiziert worden. Laut Informationen des Tropenmedizinischen Instituts der MedUni Wien vom Donnerstag hat sich eine heimische Touristin bei einer Reise nach Brasilien infiziert.

Aber, so der Tropenmediziner Herwig Kollaritsch: Unter der Voraussetzung, dass die Patientin nicht schwanger ist, "ist das so wichtig, als würde in China ein Reissack umfallen". Es sei zu befürchten, dass immer wieder Reisende in den nächsten Wochen mit dem Zika-Virus zurückkehren werden. Der Experte: "Vier Fünftel werden es nicht einmal merken." Und für die Betroffenen sei es, "sofern sie nicht schwanger sind, völlig egal".

Österreich zu kalt für eine Epidemie
Eine Epidemie sei in Österreich nicht zu befürchten: "Erstens ist es zu kalt", betonte Kollaritsch. Außerdem gebe es hierzulande "keine kompetenten Überträger". Wichtig sei das Auftreten des Virus allenfalls bei der Diagnostik. Eine Gefahr gebe es aber für Schwangere oder solche, die es werden wollen: So sei bei Reisen Vorsicht geboten, etwa in die Dominikanische Republik, wo ebenfalls bereits Fälle des Zika-Virus registriert wurden.

Weite Teile Lateinamerikas betroffen
Das von Stechmücken übertragene Zika-Virus grassiert derzeit in Lateinamerika. Nach seinem Auftauchen in Brasilien, das am stärksten betroffen ist, wurde es binnen weniger Monate auch in über 20 weiteren Ländern auf dem amerikanischen Kontinent registriert. Reisende bringen den Erreger mit nach Europa. Er führt bei rund 20 Prozent der Infizierten zu grippeähnlichen Symptomen und ist normalerweise nicht tödlich.

Schon Dutzende tote Babys in Brasilien
Schwangere können das Virus aber auf ihre ungeborenen Kinder übertragen, bei denen es zu gefährlichen Fehlbildungen führen kann. In Brasilien wurden seit dem vergangenen Jahr schon 4180 Fälle von Schädelfehlbildungen (Mikrozephalie) bei Babys festgestellt, 68 Kinder starben. Bisher gibt es keinen Impfstoff gegen das Virus und kein Medikament zur Behandlung Erkrankter.

WHO berief Dringlichkeitssitzung ein
Die Weltgesundheitsorganisation hat wegen des Zika-Virus bereits eine Dringlichkeitssitzung einberufen. Die Epidemie verbreite sich "explosionsartig" auf dem amerikanischen Kontinent, erklärte WHO-Chefin Margaret Chan am Donnerstag in Genf. Daher sei für kommenden Montag eine Dringlichkeitssitzung angesetzt worden. Ihre Organisation sei besonders besorgt über eine mögliche weltweite Ausbreitung des Virus, die WHO erwarte drei bis vier Millionen Fälle.

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