Fr, 15. Dezember 2017

Zu Recht besorgt

28.01.2016 08:22

Was tun gegen den falschen Umgang seiner Kinder?

Wenn es um die Wahl der Freunde geht, sind Eltern zu Recht besorgt. Doch was tun, wenn es der falsche Umgang ist?

Die Tochter raucht neuerdings, weil alle ihre Freundinnen zum Glimmstängel greifen. Der Sohn steht plötzlich auf Ballerspiele, weil der Nachbarsjunge, mit dem er gerne herumhängt, es auch tut. Bei Eltern löst das natürlich Unbehagen aus, dass sich der Nachwuchs mit den falschen Freunden umgibt. Dass der Einfluss der Gleichaltrigen die Regeln, die bisher in der Familie galten, infrage stellt.

Manchmal ist es für Kinder und Jugendliche einfach spannend, in eine "andere Welt" einzutauchen. Die Wahl der Freunde kann aber auch eine Rebellion sein. Ein Aufstand - meistens erprobt von Teenagern - gegen Werte, die Eltern wichtig sind, der Nachwuchs jedoch zu rigide und einengend empfindet. Und es ist natürlich verlockend, sich mit anderen zu umgeben, die sich Dinge trauen, die man selbst nicht wagen würde. Nach einer Weile relativiert sich diese Faszination aber wieder. Die Sorge, dass das "schlechte Benehmen" bleibt, ist oft unbegründet.

Eher auf Vertrauen als auf Verbote setzen
Sie haben trotzdem Unbehagen bei den Freunden? Reden Sie mit Ihrem Kind über Ihre Sorgen. Suchen Sie Kontakt zur Freundin/zum Freund, um sich ein besseres Bild von ihr/ihm zu machen.

Sprechen Sie mit Ihrem Nachwuchs über die Risiken von Drogenkonsum, vom Zigarettenrauchen und Alkohol. Ist Ihr Kind anfällig für Drogen, zögern Sie nicht, professionelle Hilfe bei einer Sucht- oder einer Erziehungsberatungsstelle in Anspruch zu nehmen. Setzen Sie eher auf Vertrauen als auf Verbote. "Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Chance, belogen zu werden, mit der Anzahl an Verboten steigt", ist der dänische Erziehungsexperte Jesper Juul überzeugt. Und wenn die Eltern die Freunde verbieten, werden sie erst so richtig interessant.

Der Tipp von Eltern-Kids-Coach Nina Petz:
Die beste Freundin meiner Tochter (7) behandelt sie nicht gut. Sie lässt sich viel zu viel von ihr gefallen?
Nina Petz: Wenn Kinder sich von ihren Freunden "ausnutzen" lassen und ein Machtgefälle entsteht, ist dies immer ein Zeichen von fehlendem Selbstvertrauen. Ihre Tochter findet ihre Freundin offenbar so toll, dass sie sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse vergisst. Doch auch mit sieben sollte die stärkste Bindung die Eltern-Kind-Bindung und nicht die zu Gleichaltrigen sein, deshalb mein Tipp: Schränken Sie den Freizeitkontakt zur besten Freundin ein. Intensivieren Sie die Beziehung zu Ihrer Tochter, und werden Sie wieder ihr Orientierungspunkt Nummer eins! Unternehmen Sie etwas, das Ihnen beiden Spaß macht: kochen, malen, basteln, lesen Sie gemeinsam. All dies stärkt die Bindung. Haben Sie erst wieder einen "guten Draht" zu Ihrer Tochter, können Sie ganz nebenbei Werte vermitteln und ihr Selbstwertgefühl stärken. Bei dieser Gelegenheit können Sie auch das Verhalten ihrer besten Freundin kritisch hinterfragen und gemeinsam reflektieren, wie es um diese Freundschaft bestellt ist.

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