Fr, 24. November 2017

Nach Überfall 2007

25.01.2016 19:13

DNA-Spur entlarvte nach Jahren die brutalen Räuber

Es war ein Raubüberfall der besonders brutalen Art: Im November 2007 fielen unbekannte Täter, vermummt und mit einer täuschend echt aussehenden Pistole bewaffnet, über eine Hausbewohnerin in Anif her, fesselten und knebelten ihr Opfer im eigenen Haus und durchwühlten schließlich alle Räume. Auf der Suche nach der großen Beute - die sie dort nicht fanden.

Zurück blieb eine Frau, damals 55 Jahre alt, "deren körperliche Wunden zwar verheilt, die seelischen Schmerzen aber immer noch gegenwärtig sind", wie es Opfer-Anwalt Stefan Rieder ("Weißer Ring") sagte. Gut acht Jahre blieb das Verbrechen ungeklärt, bis "Kommissar DNA" zuschlug. Die Frau konnte damals nämlich einem der Täter einen Handschuh entreißen. Darin fanden sich genetische Fingerabdrücke, die zu den Tätern führten. Im Vorjahr konnten die fünf Verdächtigen in Belgien, Frankreich und Rumänien ausgeforscht werden.

Seit Montag stehen sie in Salzburg vor Gericht. Und wie die Anklage von Staatsanwalt Christian Weismann verrät, handelt es sich um fünf Männer von der sprichwörtlich schweren Sorte. Weismann skizzierte eine besonders dreiste Masche, wie sie bei ihren Einbruchs-Coups vorgingen. Wie sie als Angestellte einer Baufirma in Wels von ihrem "Chef" Teodor T. zu "Aufträgen" geschickt wurden, sprich zu Tatorten, wo es vermeintlich viel zu holen gab. "Sie haben des Nächtens dann die Einbrüche verübt und die dann auch noch als Arbeitszeit abgerechnet", führte der Staatsanwalt aus. "Eine ganz klassische Form der kriminellen Vereinigung."

Täter bekannten sich großteils schuldig
Eine Vereinigung geprägt von teils massiven Vorstrafen quer durch Europa. Etwa Ionel L. (41): Vier Eintragungen, inklusive einem Aufenthaltsverbot in Österreich. Oder Iacob S. (45), gelernter Schnitzer und zuletzt Barkeeper in Paris: Allein in Österreich bereits zu 7,5 Jahren verurteilt, hat er in Rumänien zehn Vorstrafen. Insgesamt, so die vorsitzende Richterin, wurde er bislang schon zu 43 Jahren Haft verurteilt. Oder der drittangeklagte Marius Z. (38): Neun Vorstrafen in Belgien, Italien, Deutschland und Rumänien. Zu dem brutalen Raub bekannten sie sich großteils schuldig. Sie wollen von Firmenchef Teodor T. zu der Tat, so wie zu ihren vielen anderen Coups, angestiftet worden sein. Am Montag wurden drei der Angeklagten einvernommen. Das Opfer soll heute, Dienstag, zu Wort kommen. Dann will der Schöffen-Senat ein Urteil fällen.

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