Do, 23. November 2017

Picasso versteigert

20.01.2016 12:51

Kunstwerke im Wert von 300.000 Euro veruntreut

Ein früherer Besitzer einer Bilderrahmenfirma in Salzburg steht im Verdacht, zwölf Bilder einer Salzburger Privatstiftung im Wert von mehr als 300.000 Euro von 2003 bis 2014 veruntreut zu haben. Laut Polizei verkaufte der 54-Jährige die Originale an internationale Galerien und Kunsthändler. Ein Bild von Picasso mit einem Versicherungswert von 218.018 Euro soll er über ein Auktionshaus versteigert haben.

Der Salzburger wurde auf freiem Fuß angezeigt. Er zeigte sich gegenüber den Ermittlern nur zum Teil geständig und meinte, ein Teil der Bilder sei bei Einbrüchen gestohlen worden. Als Motiv nannte er "Schutzgelderpressungen einer südländischen Organisation", wie die Landespolizeidirektion Salzburg am Mittwoch in einer Aussendung mitteilte. Tatsächlich soll sich der Salzburger mit dem Verkaufserlös seinen Lebensunterhalt finanziert haben.

Zwei weitere Fälle betrafen im Jahr 2014 eine Privatperson aus Salzburg, die im Geschäft des 54-Jährigen in der Landeshauptstadt zwei Bilder rahmen ließ und statt der Originale zwei Farbkopien zurückbekam. "Als die Person den Mann darauf ansprach, händigte er ihr die Originale aus. In diesen zwei Fällen handelt es sich daher um einen Versuch", so Christian Voggenberger vom Landeskriminalamt. Der Betroffene habe diesen Schwindel einem befreundeten Polizisten erzählt, danach seien Ermittlungen aufgenommen worden.

Kunstbetreuer schöpfte Verdacht
Im Fall der Privatstiftung schöpfte ein Kunstbetreuer der Stiftung Verdacht, als er 2014 eine Bestandserhebung der Kunstwerke vornahm. Dabei stellte sich heraus, dass elf Bilder fehlten und das 50 mal 64 Zentimeter große Bild von Picasso aus dem "Corrida"-Zyklus aus dem Jahr 1957, Tusche auf Papier, nur eine Kopie war. Die Stiftung erstattete Anzeige. Die Privatstiftung hatte dem Salzburger die Bilder zur konservierenden Rahmung überlassen.

Das Geschäft des Salzburgers wurde im Vorjahr geschlossen. Das Landeskriminalamt hat nun einen Abschlussbericht über die Causa an die Staatsanwaltschaft Salzburg übermittelt. Laut Voggenberger könne es durchaus sein, dass es noch mehr Geschädigte gibt, die kopierte Bilder zu Hause haben.

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