Mo, 23. Oktober 2017

Im Schnee verirrt

20.01.2016 07:26

Wanderer harrte fünf Tage in Hütte aus – gerettet

Das Bedürfnis, allein zu sein, hat am Donnerstag einen Oberösterreicher ins Gesäuse in der Steiermark geführt. Dabei geriet er jedoch in dichten Schneefall und verirrte sich. Durch Zufall fand er zur derzeit unbewirtschafteten Hesshütte und harrte dort fünf Tage lang aus. Dass er überlebte, verdankt er einem Wirt und der Admonter Bergrettung.

Sein Auto, einen Citroen, stellte der 49-jährige Angestellte am Donnerstag in Johnsbach vor dem Kölblwirt ab, dann marschierte er in Richtung Hochtor los. Weil der mittlerweile zugeschneite Pkw am Montag noch immer vor dem Lokal stand, machte sich der Wirt Ludwig Wolf große Sorgen: "Und weil uns niemand egal ist, hab ich sofort Alarm geschlagen. Mir war klar, dass da irgendjemand ins Schlechtwetter marschiert ist. Wohin, hat aber niemand gewusst."

Schnee zu Trinkwasser geschmolzen
Ein Suchflug über dem Gesäuse brachte kein Ergebnis, woraufhin am Dienstag 16 Bergretter aufbrachen. Den Vermissten vermuteten sie in der 1699 Meter hoch gelegenen Hesshütte - und sie sollten Recht behalten. Gegen 11.30 Uhr trafen die Helfer schließlich vor Ort ein.

Bergretter Stefan Schröck: "Der Mann hielt sich im sogenannten Winterraum auf, wo er Schnee zu Trinkwasser schmelzen konnte. Seit zwei Tagen hatte er nichts mehr gegessen. Er war erschöpft, aber unverletzt. Der Einsatz hat uns ganz schön gefordert - bei mehr als einem Meter Neuschnee und minus 18 Grad."

Laut Aussage des Oberösterreichers - er wohnt in Sierning im Bezirk Steyr-Land - wollte er für einige Tage allein sein und hatte deshalb die Gesäuse-Tour geplant. Der Mann ist alleinstehend, daher hatte niemand von der Tour gewusst.

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