Mi, 18. Oktober 2017

"Alrawi"

15.01.2016 09:47

Hacker warnen: Der IS hat sein eigenes WhatsApp

Die islamistische Terrororganisation IS hat ihre eigene verschlüsselte WhatsApp-Kopie entwickelt, um ihre Kommunikation vor Regierungen und Geheimdiensten zu verschleiern. Das haben mit dem Anonymous-Kollektiv sympathisierende Hacker der Ghost Security Group herausgefunden.

Selbst, wenn Geheimdienste und Regierungen die Betreiber von Messengern wie WhatsApp dazu verpflichten, über die Plattformen laufende IS-Kommunikation an sie weiterzuleiten, hätten die Terroristen durch ihre Eigenentwicklung noch immer die Möglichkeit, sich ungestört auszutauschen, warnen die Ghost-Security-Hacker gegenüber dem Nachrichtenportal "Defense One".

Hacker entdeckten App bei Abhöraktion
Die Hacker hatten die Anwendung beim Abhören von IS-Kommunikation nach den Anschlägen von Paris entdeckt und sie analysiert. Sie soll primär der Verbreitung von IS-Propaganda dienen - etwa den bestialischen Tötungsvideos, für die die Terrormiliz so berüchtigt ist. Sie erlaubt aber auch die Kommunikation zwischen den Terroristen - ganz wie bei WhatsApp und anderen Messengern.

Brisantes Detail: Offenbar hat der IS Verschlüsselungs-Experten in seinen Reihen, die "Alrawi"-App beherrscht nämlich Kryptographie, was es IS-Gegnern schwerer macht, die Terroristen abzuhören. Die Analyse der Hacker ergab, dass die Verschlüsselung zwar nicht so stark wie bei Krypto-Messengern wie Telegram oder Signal ist, die Erkenntnis ist für viele Beobachter dennoch Anlass zur Sorge.

IS ist nicht auf WhatsApp & Co angewiesen
Die Alrawi-App beweist nämlich einerseits die Vermutung, dass der IS fähige IT-Fachleute in seinen Reihen hat, die selbst Krypto-Messenger herstellen können. Und sie zeigt auch, dass der IS nicht auf Anbieter wie Telegram angewiesen ist, die bisher von den Terroristen für ihre verschlüsselte Kommunikation genutzt wurden.

Möglicherweise ist die Alrawi-App sogar eine Art Rückversicherung: Der vom IS gern genutzte russische Krypto-Messenger Telegram hatte nach den Attacken von Paris zahlreiche öffentliche IS-Chatrooms dichtgemacht und den Terroristen die Kommunikation so erschwert. Mit Alrawi haben sie nun eine Alternative zur Hand, falls kommerzielle Messenger irgendwann uninteressant für sie werden.

Aus dem Video-Archiv: Anonymous schwört Rache für Paris

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