Fr, 15. Dezember 2017

krone.at-Test

17.01.2016 09:00

Pixel C: Das kann Googles Android-Arbeitstier

Microsoft hat es mit seinen Surface-Tablets vorgemacht und wurde anfangs belächelt, jetzt ziehen die großen Rivalen mit eigenen Tastatur-Tablets nach. Neben Apple mit dem iPad Pro will dabei auch Google seinen Teil vom Produktivitäts-Kuchen und schickt das Android-Tablet Pixel C mit optionaler Magnet-Tastatur ins Rennen um die Gunst der Kunden. Wie es sich im Alltag schlägt, hat krone.at getestet.

Im Gegensatz zu Microsoft und Apple, deren Tastatur-Tablets deutlich größer als konventionelle Tablets sind, bleibt Googles Pixel C mit 10,2 Zoll Diagonale und 517 Gramm Gewicht relativ leicht und kompakt.

Power hat es trotzdem reichlich, wie die Hardware-Tabelle zeigt:

Google Pixel C

CPU

Nvidia Tegra X1 Octa-Core

RAM

3 GB

Diagonale

10,2 Zoll

Auflösung

2560 x 1800 Pixel

Speicher

32 / 64 GB

microSD-Slot

Nicht vorhanden

Hauptkamera

8 Megapixel

Frontkamera

2,1 Megapixel

Funk

Gigabit-WLAN, Bluetooth 4.1

Maße

242 x 179 x 7 Millimeter; 517 Gramm
Tastatur: 399 Gramm

Akku

9000 mAh

Extras

Magnet-Tastaturcover
USB-C-Anschluss
Alu-Chassis

Software

Android 6

Preis

500 / 600 Euro
Tastatur: 160 Euro

Die Taktfrequenz des verbauten Nvidia-Prozessors verrät Google zwar nicht, im Test schlug sich der Chip aber ähnlich gut wie die absolute Oberklasse der Konkurrenz, namentlich Qualcomms Snapdragon 810 und Samsungs Exynos 7 Octa.

Der Achtkerner gewährleistet ein jederzeit flüssiges Android-Bedienerlebnis, flotte App-Starts und stellt selbst anspruchsvollere 3D-Games à la "Beach Buggy Blitz" ruckelfrei dar. Multi-Tasking ist dank drei Gigabyte RAM ebenfalls kein Problem.

Tolles Display im praktischen Format
Das Display im Pixel C ist ebenfalls sehr gut. Es bietet natürliche Farbdarstellung, ist angenehm blickwinkelstabil, ausreichend hell und für ein LC-Display recht kontraststark. Durch die hohe Auflösung werden Bilder, Text und Videos angenehm scharf dargestellt.

Beim Seitenverhältnis beschreitet Google mit 1:1,41 etwas ungewöhnliche Wege, was dem Gerät in der Praxis gut tut. Zwar gibt's bei 16:9-Inhalten wie YouTube-Videos ober- und unterhalb des Contents schwarze Balken zu sehen, dafür bietet der Bildschirm reichlich Platz für A4-Dokumente oder Desktop-Websites. Für Vielleser und Menschen, die am Pixel C arbeiten möchten, macht sich das bezahlt.

Makellos verarbeitet, Magneten durchdacht
Die Verarbeitungsqualität des Pixel C ist makellos. Das Tablet besteht aus Metall, weist eine hohe Gehäusesteifigkeit auf, knarzt und knackst nicht, die Buttons bieten einen angenehmen Druckpunkt. Eine vierfarbige LED-Leiste an der Rückseite gibt einen hübschen Blickfang ab und dient beispielsweise beim Aufladen als Akkustandsanzeige.

Die mit einem Preis von 160 Euro nicht gerade günstige Magnet-Tastatur steht dem Tablets selbst dabei um nichts nach und bringt einen ob ihrer geringen Dicke überraschend angenehmen Tastenhub mit. Für gelegentliche präzise Eingaben hätte ihr allerdings ein Touchpad nicht geschadet.

Der magnetische Dockmechanismus funktioniert, wie er soll und hält das Tablet sicher in Position - praktischerweise nicht nur beim Tippen, sondern auch als Cover oder Tablet-Unterlage. Alles in allem ist die Tastatur gut gelungen, auch wenn sie den Preis des ohnehin schon nicht gerade günstigen Pixel C auf das Niveau günstiger Ultrabooks hebt.

Wie Pixel C und Tastatur zusammenspielen, sehen Sie hier:

Eher unspektakulär ist die Kamera-Ausstattung des Pixel C. Die Hauptkamera mit acht Megapixeln Auflösung reicht zwar für den einen oder anderen Schnappschuss oder das Abfotografieren von Dokumenten, die Digicam ersetzt sie aber nicht. Die Frontkamera ist für Videotelefonie gut gerüstet.

Speicher leider nicht erweiterbar
Schade: Google-typisch gibt's auch beim Pixel C keine Möglichkeit, den internen Speicher zu erweitern. Der Kunde muss also beim Kauf wissen, ob er mit der 500-Euro-Version mit 32 Gigabyte Speicher auskommt oder hundert Euro für die 64-Gigabyte-Version drauflegen. Zum Vergleich: Eine microSD-Karte mit 128 Gigabyte Kapazität kostet heutzutage 40 Euro, würde den Speicher also weit kostengünstiger vergrößern.

Lobenswert sei dafür der gute WLAN-Empfang des Pixel C hervorgehoben: Im Test erwies er sich selbst unter schwierigen Bedingungen als stabil und zuverlässig. Das ist aber auch nötig, ist WLAN doch die einzige Möglichkeit, mit dem Pixel C online zu gehen. Eine LTE-Variante gibt es bislang nicht.

Lange Akkulaufzeit, schnelles Aufladen
Lobend erwähnt sei die Akkulaufzeit des Pixel C. Im Test überdauerte es bei gemischter Nutzung problemlos einen Arbeitstag, wer es täglich zwei, drei Stunden verwendet, wird es etwa jeden dritten Tag aufladen müssen. Erwähnenswert: Dank Schnelllade-Funktion geht das dann auch sehr flott, auch wenn man dabei auf das mitgelieferte Netzteil angewiesen ist. Möglicherweise vorhandene microUSB-Netzteile sind nutzlos, da das Pixel C nur das neue USB-C mitbringt.

Android: Stärke und Schwäche zugleich
Gleichzeitig große Stärke und Achillesferse des Pixel C ist seine Software, also Googles aktuelle Android-Ausgabe Android 6. Sie bringt bewährte Android-Vorteile wie das große Angebot guter und vielfach kostenloser Anwendungen mit und erfreut den Anwender mit einigen neuen Features wie der Möglichkeit, App-Berechtigungen zu verwalten.

Zum Problem wird Android am Pixel C, wenn man das Gerät zum produktiven Arbeiten verwenden möchte. Klar gibt es Bildbearbeitungs- und Textverarbeitungs-Tools für Android, selbst Microsoft Office ist (leider nur für Office-365-Abonnenten im vollen Umfang) nutzbar.

Um als Arbeitsgerät für Schule, Uni oder Beruf durchzugehen, fehlt dem Pixel C aber die Möglichkeit, Windows-Programme auszuführen. Hinzu kommt: Nicht jede App, die es für Android gibt, gibt es auch in einer für Tablets optimierten Darstellung, manches Mal blickt man lediglich auf eine aufgeblasene Smartphone-App.

Fazit: Tolles Tablet, nur eingeschränkt Arbeitstier
Das Pixel C ist ein exzellent verarbeitetes Hochleistungs-Tablet mit tollen Display, guter Akkulaufzeit und solider Kamera- und Funkausstattung. Es macht durch sein ungewöhnliches Seitenverhältnis und das geringe Gewicht eine gute Figur als Lese-Tablet und eignet sich mit der Magnet-Tastatur gut, um unterwegs etwas mitzuschreiben oder zu kommunizieren. Der Knackpunkt sind Tastatur und Betriebssystem: Der Tastatur täte ein Touchpad gut, zudem erhöht sie den Preis signifikant. Und Android bietet zwar eine ordentliche App-Auswahl, allerdings kann es Windows im Produktivitätsbereich nicht das Wasser reichen.

Wer primär Arbeitsgerät und nur sekundär Tablet sucht, wird mit dem Pixel C deshalb nicht glücklich und sollte eher zum Ultrabook greifen. Wer es umgekehrt will und ein flottes Tablet mit Tipp-Möglichkeit sucht, könnte mit dem Gerät hingegen viel Freude haben.

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