So, 19. November 2017

Studie zeigt:

12.01.2016 16:50

Viele Österreicher mit Technik im Job überfordert

41 Prozent der berufstätigen Österreicher fühlen sich von der technologischen Entwicklung am Arbeitsplatz überfordert. Das geht aus einer neuen Studie hervor. Obwohl 85 Prozent der Befragten gerne mit technischen Geräten arbeiten, meinen 62 Prozent, dass durch Technologie Arbeitsplätze vernichtet werden.

"Der Mensch ist grundsätzlich technikinteressiert, es gibt aber ein ambivalentes Verhalten", kommentiert Studienautor Peter Hajek vom Meinungsforschungsinstitut Public Opinion Strategies. Im Auftrag von Ricoh wurden im Oktober 2015 tausend berufstätige oder in Ausbildung befindliche Österreicher zwischen 16 und 60 Jahren befragt.

Technik als Fluch und Segen
Technologie wird von 77 Prozent der Befragten als Erleichterung im Büroalltag wahrgenommen, dennoch verstärkt diese auch für 57 Prozent der Befragten den Arbeits- und Zeitdruck. 71 Prozent der 16- bis 29-Jährigen und 68 Prozent der 40- bis 60-Jährigen bezeichnen sich als technikinteressiert und 85 Prozent arbeiten sehr oder eher gerne mit technischen Geräten. 50 Prozent der österreichischen Berufstätigen haben jedoch auch Ängste im Zusammenhang mit technologischer Entwicklung.

"Dieses Polarisierungsphänomen gab es schon vor 30 Jahren", bestätigt Universitätsprofessor Christian Korunka, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Wien. "Wir beobachten seit Jahrzehnten eine Beschleunigung in der Arbeitswelt. Technologie ist der Treiber dieser Beschleunigungsprozesse." Das könne durchaus zu schnell gehen und so für Verunsicherung sorgen, so der Wissenschaftler.

Mitarbeiter erwarten solide Schulung
Um diese Verunsicherung zu bekämpfen, erwarten sich 77 Prozent eine Einschulung vom Arbeitgeber in neue Geräte im Büro. "Man wird mit Technik nicht gerne allein gelassen", fügt Hajek hinzu. Hilfe holen sich die österreichischen Beschäftigten vor allem bei persönlichen Ansprechpartnern, am liebsten bei Kolleginnen oder Kollegen oder im privaten Umfeld. Hersteller-Hotlines sind nur für ein Prozent der Befragten eine Lösung.

Ricoh-Chef Michael Raberger, sieht in den Zahlen einen "klaren Arbeitsauftrag an Ricoh und andere Unternehmen", vor allem in Richtung personalisierter Schulungen.

"Technologie sollte nicht als Selbstzweck eingesetzt werden", meint Raberger, sondern als "Wegbegleiter." Schulungen sollten die vorhandenen Arbeitsprozesse erfassen und die Funktionen der Geräte in die spezifischen Arbeitsschritte integrieren. Auch individualisierte Bedienungsanleitungen seien ein guter Ansatz.

Neue Büroformen sind Randerscheinung
Auch neue Büroformen überzeugen noch nicht. Lediglich 17 Prozent der Befragten gaben an, mobil oder von zuhause zu arbeiten. Home-Office "hebt Strukturen auf und schiebt die Verantwortung auf die Person, die selber für die Strukturen sorgen muss", analysiert Korunka. "Menschen brauchen ein mehr oder weniger strukturiertes Umfeld. Wenn das aufgebrochen wird, kann es Verunsicherung auslösen."

Für Hajek fehlt auch hier wieder eine individuellere Begleitung vonseiten der Firmen. "Es ist immer der Mensch", bemerkt der Meinungsforscher. "Die Technologie gibt es."

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden