Sa, 18. November 2017

Integration ist hart

12.01.2016 12:39

Flüchtlinge am Arbeitsmarkt sind „Herkulesaufgabe“

AMS-Chef Johannes Kopf ist für die Integration von anerkannten Flüchtlingen in den heimischen Arbeitsmarkt "vorsichtig optimistisch". Es sei aber eine "Herkulesaufgabe", sagte er bei der Präsentation des Flüchtlings-"Kompetenzchecks" am Dienstag. Bei Asylberechtigen aus Syrien, dem Irak und dem Iran gebe es "optimistisch stimmende", bei Personen aus Afghanistan aber "bedrückende Ergebnisse".

"Noch sind die Flüchtlinge nicht am Arbeitsmarkt angekommen", so der Vorstand des Arbeitsmarktservice. Bei vielen Flüchtlingen läuft derzeit noch das Asylverfahren in Österreich und sie dürfen nur in Ausnahmefällen arbeiten. Für Sozialminister Rudolf Hundstorfer ist es "eine große Herausforderung", die Asylberechtigten auf dem angespannten Arbeitsmarkt unterzubringen. Arbeit sei "der beste Schlüssel für eine gelungene Integration" und "wichtig, um Sozialkosten zu minimieren", so Hundstorfer. Beim generellen Zugang von Asylwerbern auf den Arbeitsmarkt sei er "weiterhin auf der Bremse".

Keine repräsentative Ausbildungserhebung, nur Tendenz
Das Pilotprojekt "Kompetenzcheck" des Arbeitsmarkservice Wien bei 898 anerkannten Flüchtlingen war keine repräsentative Ausbildungserhebung von allen anerkannten Flüchtlingen, soll aber "eine Tendenz zeigen". Ziel ist es, die beruflichen Fähigkeiten besser zu erfassen und dadurch die Integration von Asylberechtigten in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Das Projekt wurde von Ende August bis Mitte Dezember durchgeführt und dauerte pro Person rund fünf Wochen.

61 Prozent der anerkannten Flüchtlinge, die am Kompetenzcheck teilgenommen haben, verfügen über eine Berufsausbildung, Matura oder Studium. Die 447 Frauen waren deutlich besser qualifiziert als die 451 Männer. 26 Prozent der Teilnehmer stammen aus Afghanistan, 21 aus Syrien, elf aus dem Iran und vier aus dem Irak, 38 Prozent haben andere Nationalitäten. Der Kompetenzcheck soll nun auf andere Bundesländer ausgeweitet werden.

30.000 weitere Asylberechtigte drängen auf den Arbeitsmarkt
Das Arbeitsmarktservice und das Sozialministerium rechnen heuer mit rund 30.000 weiteren Asylberechtigten, die auf den österreichischen Arbeitsmarkt drängen. Im Schnitt waren im Vorjahr rund 17.300 Asylberechtigte auf Jobsuche.

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