Di, 17. Oktober 2017

Neujahrsvorsätze

09.01.2016 16:51

„Fester Wille ermüdet, wie ein Muskel“

Seit zehn Tagen versucht ein Gutteil der Österreicher, regelmäßig Sport zu treiben, mit dem Rauchen aufzuhören oder abzunehmen. Doch nach noch nicht einmal zwei Wochen schleichen sich bei vielen die alten Gewohnheiten wieder ein. Der Wiener Neurobiologe Marcus Täuber weiß, warum die guten alten Neujahrsvorsätze so häufig zum Scheitern verurteilt sind.

"Krone": An diesem Wochenende werden Diätwillige in den ersten Schokoriegel beißen und einige, die Stress reduzieren wollten, gleich mehrere Verwandte zum Essen einladen. Warum vergessen wir nach so kurzer Zeit auf das Streben, uns zu ändern?
Marcus Täuber: Unser fester Wille ist daran schuld. Der hilft nur für kurzfristige Vorhaben, langfristig brauchen wir eine andere Taktik.

"Krone": Die ersten Tage kann uns also der Wille von unseren Lastern abhalten - und dann?
Täuber: Macht er schlapp. Wie ein Muskel, der ermüdet ist. Folge: Uns geht die Kraft aus, unsere Entscheidungen in die Realität umzusetzen.

"Krone": Wie kann man diesen Teufelskreis umgehen?
Täuber: Mit der reinen Vorstellungskraft. Statt sich verbissen an ein Ziel zu klammern, ist es besser, sich das Erreichte vorzustellen.

"Krone": Wer sparen will, soll nur von einem dicken Plus vor einem stattlichen Betrag auf seinem Kontoauszug fantasieren?
Täuber: Genau. Wichtig ist auch, mit allen Sinnen wahrzunehmen, wie man sich dabei fühlt. Auch die Gefühle spüren. Ist man stolz, erleichtert, entspannt?

"Krone": Und ab wann stellt sich mit dieser Visualisierung der Erfolg ein?
Täuber: Um neue Gewohnheiten im Gehirn zu verankern, werden drei bis sechs Monate benötigt.

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