Mi, 22. November 2017

Tierschützer-Appell

08.01.2016 08:58

„Essen Sie 2016 weniger tierische Produkte!“

Nach Weihnachten und Silvester plagen sich viele von uns mit überflüssigen Kilos, die wir uns mit Festtagsbraten und Weihnachtskeksen angefuttert haben. Das Problem mit den meisten Neujahrsvorsätzen ist allerdings, dass uns schon nach kurzer Zeit die Motivation verlässt. Die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" rät daher, es mit einer Einschränkung des Konsums tierischer Produkte wie Fleisch, Eier und Milchprodukte zu versuchen.

Dieser Vorsatz macht gleich dreifach Sinn: Man tut nicht nur der eigenen Gesundheit, sondern auch gleich den Tieren und dem Klima etwas Gutes. "Es geht dabei gar nicht darum, sich stark einzuschränken", sagt Daria Hainz, Leiterin der Abteilung Ernährung bei den "Vier Pfoten". "Wenn wir einfach bewusst mehr auf pflanzliche Ernährung setzen, können wir gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Das kann schon helfen, die Motivation zu steigern und die Ernährungsweise zumindest teilweise umzustellen, ohne dass der Genuss zu kurz kommt."

"Letztlich hängt alles zusammen"
Der massive Einfluss des hohen Konsums an tierischen Produkten auf das Tierwohl, das Klima und unsere Gesundheit ist offensichtlich. "Letztlich hängt alles zusammen, und das sollte uns helfen, gewisse Gewohnheiten zu ändern. Jeder kann somit einen Beitrag zum allgemeinen Wohl leisten, auch wenn es nur ein kleiner ist", meint Hainz. Während Klimaforscher und Ärzte immer mehr auf die Problematik in den Bereichen Umwelt und Gesundheit im Zusammenhang mit hohem Fleisch-, aber auch Milchkonsum hinweisen, ist für die Tierschützer naturgemäß der ethische Aspekt zentral.

Massentierhaltung wirkt sich auf Lebensmittel aus
Die meisten sogenannten Nutztiere werden in Massenproduktionen gehalten. Hainz: "Die Tiere fristen dicht gedrängt, auf engstem Raum ihr Dasein und erleben ständig Stress. Antibiotika werden prophylaktisch verabreicht. Beides hat natürlich auch Auswirkungen auf die Qualität des Fleisches. Und manchmal werden die Tiere sogar verstümmelt, wie es zum Beispiel beim Schwanzkupieren von Schweinen der Fall ist."

Milchkühe erbringen extreme "Leistungen"
Die heutige Milchproduktion stammt zum größten Teil von Kühen, die auf Extremleistung gezüchtet wurden und in ihrem ganzen Leben kein einziges Mal auf einer Weide stehen dürfen. Im Jahr 2014 gab die durchschnittliche österreichische Milchkuh 6.500 Kilogramm Milch - vor 40 Jahren waren es gerade einmal 2.700 Kilogramm. Die ausgezehrten Milchkühe werden oft schon im Alter von fünf Jahren geschlachtet, während die natürliche Lebenserwartung eines Rindes bei über 20 Jahren liegt. Haupt-"Abgangsursache": Fruchtbarkeitsprobleme. Denn um Milch zu geben, muss eine Kuh jährlich wenigstens ein Kalb bekommen, das ihr im Normalfall direkt nach der Geburt weggenommen wird.

Problematische Haltung von Legehennen
In der Eierproduktion ist wiederum eines der Hauptprobleme die Haltung der Tiere: Viele Hennen leben weiterhin in Käfigen. Dies ist für den Verbraucher nicht ersichtlich, weil Eier oft in Produkten wie Nudeln, Saucen und Keksen verarbeitet werden, aber dort, anders als bei den Schaleneiern, nicht gekennzeichnet werden müssen. 2014 wurden in Österreich knapp zwei Milliarden Eier verbraucht, das sind im Schnitt jährlich 234 Eier pro Kopf. 84 Prozent davon konnten über heimische Produktion abgedeckt werden. Der Rest wurde importiert. Zum Teil handelte es sich dabei um Eier aus Käfighaltung. Diese ist in Österreich seit 2009 verboten, besonders über Importe landen aber nach wie vor Käfigeier auf unseren Tellern.

"Es liegt in der Macht jedes einzelnen"
Intensivtierhaltung wird häufig dadurch gerechtfertigt, dass es die einzige Möglichkeit sei, die Konsumenten mit ausreichend und möglichst billigen tierischen Produkten versorgen zu können. "Deshalb liegt es in der Macht jedes einzelnen, hier eine Veränderung zu bewirken. Wer seinen Konsum von tierischen Produkten einschränkt, tut den Tieren, dem Klima und seiner eigenen Gesundheit etwas Gutes", fasst es Daria Hainz noch einmal zusammen.

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