Di, 21. November 2017

„Krone“-Interview

08.01.2016 06:44

Marcel Hirscher: „Siegen wird härter!“

Nach seinem Sieg in Santa Caterina, mit dem er in der ewigen Bestenliste zu Benni Raich aufschloss, ist Marcel Hirscher voll auf Kurs, seinen insgesamt fünften Gesamtweltcup-Sieg zu erringen (siehe Video oben). Im "Krone"-Interview erzählt er, warum er im Ziel von Santa Caterina so fertig war und warum er am Donnerstag Ruhe brauchte.

"Krone": Selten, dass man Marcel Hirscher im Ziel so fertig gesehen hat wie in Santa Caterina. Ist flach anstrengender als steil?
Marcel Hirscher: Anders. Im Flachen muss man pushen, pushen und pushen. Zudem war's ein recht langer Slalom, das schlaucht. Und ich habe schon versucht, das Maximum aus meinem Körper rauszuprügeln und in Geschwindigkeit umzuwandeln. Das ist ganz gut geglückt. Manchmal habe ich jedoch das Gefühl, mit 18 habe ich mich leichtergetan. Was freilich Blödsinn ist. Rennfahren wird immer anstrengend sein.

"Krone": Hat dich das jahrelange Training nicht "fitter" für die Rennen gemacht?
Hirscher: Ich kann wesentlich mehr auf den Boden bringen als früher. Das schon. Aber es laugt mich mehr aus. Zudem ist die Dichte im Slalom derzeit gigantisch. Nachlassen geht überhaupt nicht. Vor vier, fünf Jahren - nach meiner Verletzung - da hatte ich einen derart schnellen Schwung. Da musste ich weniger tun und war doch so schnell. Das ist vorbei.

"Krone": Die Jagd ist gnadenloser geworden, oder?
Hirscher: Definitiv. Ich habe mich neulich auch mit Reinfried Herbst darüber unterhalten. Es ist abartig, wie sich der Ski-Sport weiterentwickelt hat. Das Rad hat sich in Riesenschritten weitergedreht. Nur sauber auf dem Ski zu stehen reicht schon lange nicht mehr aus. Man muss um jede Hundertstel kämpfen, jeder wirft alles in die Waagschale. Schau dir unsere jungen Läufer an: Was die riskieren! Das ist richtig cool. Aber halt schwer für mich. Und von Henrik Kristoffersen müssen wir gar nicht reden.

"Krone": Aber du hast ihn im Griff.
Hirscher: Nur an diesem Tag in Santa Caterina. Ich wiege mich da nicht in Sicherheit. Man kann das Rennen ja auch anders sehen: Früher wusste man, wenn's eisig war, das passt genau für mich. Das war am Dreikönigstag nicht so sicher. Also Das Ziel muss sein, dass ich mit Henrik auch dort mithalten kann, wo’s schwierig ist, wo Löcher sind. Eine gute Piste werden wir nämlich nicht immer haben."

"Krone": Du bist in Santa Caterina geblieben?
Hirscher: Ja. Für einen absoluten Ruhetag. Dann noch ein gutes Training hier - und ab nach Adelboden.

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