Mo, 18. Dezember 2017

Sieg im Slalom

06.01.2016 15:26

Santa Caterina: Hirscher bezwingt Kristoffersen

Marcel Hirscher hat am Mittwoch die Dominanz von Jungstars Henrik Kristoffersen gebrochen. Der Norweger, der zuletzt in Val d'Isere und Madonna mit großem Vorsprung gewonnen hatte, musste sich im Slalom von Santa Caterina unserem ÖSV-Ass geschlagen geben.

Hirscher, Dritter nach dem ersten Durchgang, legte einen formidablen zweiten Lauf hin und setzte sich vor Kristoffersen (+0,21 Sekunden) und dem Halbzeitführenden Alexander Choroschilow aus Russland (+0,32) an die Spitze. Marc Digruber landete als zweitbester Österreich auf Rang neun - das ist das beste Weltcup-Ergebnis seiner Laufbahn.

Gesamtführung übernommen
Der 26-jährige Salzburger hat wieder die Gesamtführung vor dem Norweger Aksel Lund Svindal übernommen und rückt Kristoferssen auch in der Spezial-Saisonwertung wieder näher.

"Es ist sich ausgegangen, super cool", meldete Hirscher nach seinem 36. Weltcupsieg, dem 17. im Slalom. Mit diesen Marken zog er im ewigen Weltcup-Ranking einerseits allgemein mit Benjamin Raich auf Rang sechs gleich und ist im Slalom als bester ÖSV-Läufer alleiniger Dritter.

Hirscher jagt Zurbriggen
Im "Overall"-Klassement liegt aus der rot-weiß-roten Garde nur noch Hermann Maier vor ihm. Auf seinen hinter dem Schweden Ingemar Stenmark (86) zweitplatzierten Landsmann (54) fehlen Hirscher allerdings noch 18 Weltcup-Erfolge. Sozusagen in Sichtweite hat er den fünftplatzierten Schweizer Pirmin Zurbriggen (40). Im Slalom sind Stenmark (40) und der Italiener Alberto Tomba (35) für Hirscher derzeit noch unerreichbar.

Exakt ein Jahr davor, am Dreikönigstag 2015, hatte der ÖSV-Star den Slalom in Zagreb gewonnen. Nunmehr war Santa Caterina der Ersatzort für die kroatische Hauptstadt. Dazwischen gab es im Torlauf nur einen Hirscher-Sieg, nämlich beim Saisonfinale am 22. März in Meribel. Seither biss er sich an Kristoffersen die Zähne aus.

Überbewerten wollte Hirscher diesen Erfolg aber nicht, auch da Kristoffersen der Hang als Mittelding zwischen steil und flach nicht entgegen kam. Das trifft allerdings auch auf Hirscher zu. "Es ist nicht des Rätsels Lösung", meinte er über die Bedeutung des Erfolgs. "Der Fokus muss drauf liegen, noch schneller zu werden. Aber der Sieg gibt mir neue Motivation und neue Kraft, auch im Training neue Grenzen zu legen."

"Tiger" Digruber beißt zu
Die Athleten waren nach den beiden langen Durchgängen ausgelaugt, Hirscher sprach von einem "zachen" Rennen. Diese zähe Angelegenheit bewältigte Marc Digruber als zweitbester Österreicher auf Rang neun - sein bestes Weltcup-Ergebnis. Der 27-Jährige stürmte im zweiten Durchgang mit hinter Hirscher zweitbester Laufzeit in die Top Ten. "Ich habe hart daran gearbeitet und bin immer dran geblieben", meinte der Niederösterreicher.

Digruber schrieb seine Leistung auch der guten Saisonvorbereitung zu. Vor dem Rennjahr hatte er sich gemäß seinem Spitznamen einen Tigerkopf auf seinen Helm malen lassen. Gar nicht bissig war hingegen diesmal Marco Schwarz unterwegs. Der Dritte des Madonna-Slaloms kam im ersten Lauf nur auf Rang 26, im zweiten Heat schied er aus. Dafür holten noch Manuel Feller (16./21,8) und Michael Matt (19./2,64) Weltcup-Punkte.

Kristoffersen: "Jetzt ist mal Marcel der Beste"
Kristoffersen schmerzte die knappe Niederlage zumindest nach außen hin nicht sonderlich. "Ich bin zufrieden. Es war ein guter Lauf", vermeldete der 21-Jährige, wobei er über Hirschers Leistung vor seinem Finallauf informiert gewesen war. "Ich habe gehört, dass Marcel unheimlich schnell war." Kristoffersen liegt im Spezial-Weltcup nun noch 20 Punkte vor Hirscher und erwartet diesen Zweikampf auch bis Saisonende.

"Jetzt ist mal Marcel der Beste", streute der Skandinavier seinem Konkurrenten Rosen. "Aber es ist noch ein langer Weg." Fünf der letzten acht ausständigen Saison-Slaloms sind innerhalb von drei Wochen angesetzt. Nach Santa Caterina folgen Adelboden (10. Jänner), Wengen (17.), Kitzbühel (24.) und Schladming (26.).

Das Endergebnis:

1. Marcel Hirscher (AUT) 1:54,54 Minuten
2. Henrik Kristoffersen (NOR) 1:54,75 +00,21  
3. Alexander Choroschilow (RUS) 1:54,86 +00,32  
4. Felix Neureuther (GER) 1:55,61 +01,07  
4. Fritz Dopfer (GER) 1:55,61 +01,07  
6. Daniel Yule (SUI) 1:55,79 +01,25  
7. Julien Lizeroux (FRA) 1:55,92 +01,38  
8. Alexis Pinturault (FRA) 1:56,01 +01,47  
9. Marc Digruber (AUT) 1:56,11 +01,57  
10. Sebastian-Foss Solevaag (NOR) 1:56,14 +01,60  
11. Victor Muffat-Jeandet (FRA) 1:56,15 +01,61  
12. Stefano Gross (ITA) 1:56,53 +01,99  
13. David Ryding (GBR) 1:56,55 +02,01  
14. Patrick Thaler (ITA) 1:56,58 +02,04
15. Anton Lahdenperä (SWE) 1:56,66 +02,12  
16. Manuel Feller (AUT) 1:56,72 +02,18  
17. Jens Byggmark (SWE) 1:56,93 +02,39  
18. Jean-Baptiste Grange (FRA) 1:57,14 +02,60  
19. Michael Matt (AUT) 1:57,18 +02,64
20. Leif Kristian Haugen (NOR) 1:57,20 +02,66  
21. Mattias Hargin (SWE) 1:57,26 +02,72
22. Markus Larsson (SWE) 1:57,28 +02,74
23. Riccardo Tonetti (ITA) 1:57,31 +02,77
24. Dominik Stehle (GER) 1:57,40 +02,86  
25. Emil Johansson (SWE) 1:57,94 +03,40
26. Kristaps Zvejnieks (LAT) 1:58,32 +03,78
27. Marc Rochat (SUI) 2:00,10 +05,56

Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Dominik Raschner (AUT), Adam Zampa (SVK), David Chodounsky (USA), Manfred Mölgg (ITA), Andre Myhrer (SWE)
Ausgeschieden im 2. Durchgang: Marco Schwarz (AUT), Luca Aerni (SUI)
Disqualifiziert im 2. Durchgang: Giuliano Razzoli (ITA)

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