So, 19. November 2017

(Un)gesunde Zukunft

05.01.2016 10:52

„Es kann nicht alles kostenlos sein“

Die Kosten im Gesundheitssystem galoppieren davon: "Gesundheit kann nicht immer gratis sein. Das Unsozialste ist aber, wenn wir jetzt nicht reagieren", warnt Landesvize Christian Stöckl. Er denkt laut über ein Bonus-System für Versicherte nach. Wer regelmäßig zur Vorsorge geht, soll beispielsweise belohnt werden.

Zur Zeit macht unser Gesundheitssystem keinen Unterschied, ob jemand ungesund lebt, laufend mit Wehwehchen in die Ambulanzen der Spitäler kommt oder selbst auf die Gesundheit achtet und regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung geht. Das soll sich laut Landesvize Christian Stöckl ändern. Er schlägt ein Bonus-System nach Schweizer Vorbild vor. Wer Gesundheitsziele einhält, soll belohnt werden. Patienten, die das System überstrapazieren, verlieren hingegen Vorteile.

Stöckl ruft auch erneut die Ambulanzgebühr auf den Plan. Rund 50 Prozent der Patienten seien beim Hausarzt besser aufgehoben. Stöckl will so Patientenströme lenken. Spezialambulanzen und wirkliche Notfälle sollten ausgenommen sein. "Jeder glaubt, Gesundheit ist gratis. Es gehen aber Milliarden an Steuergeldern in das System", warnt Stöckl vor einer unfinanzierbaren Zukunft. Mittlerweile seien auch immer mehr Patienten bereit, für das höchste Gut zu zahlen. "Das beweist der starke Zulauf zu den Wahlärzten", meint Stöckl.

Krankenkasse kritisiert Vorschläge
Patienten nehmen aber den oft großen Unterschied von Kassen- und nicht Kassenpraxis wahr. Auch das treibt Salzburg in eine Zwei-Klassen-Medizin. Die Krankenkasse kritisiert die Vorschläge scharf: "Für die meisten Risiken wie Ausbildung oder soziales Umfeld kann der Patient nichts. Nur zehn Prozent sind selbst verursacht", so Obmann Andreas Huss. Und Sebastian Huber von den Neos vermisst ein ausreichendes Vorsorgeangebot und überlegt: "Mehr Sport, Ernährung: Die Kassa könnte jede zehnte Fitness-Einheit übernehmen."

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