Di, 17. Oktober 2017

Im Jahr 2015

01.01.2016 16:08

475 Verkehrstote: Wieder Anstieg nach Tiefststand

Mit 475 Verkehrstoten ist die Zahl der 2015 auf Österreichs Straßen tödlich verunglückten Menschen im Vergleich zu 2014 um über zehn Prozent gestiegen. Allerdings hatte es im Vorjahr die absolut niedrigste Zahl an Verkehrstoten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950 gegeben. Der nunmehrige 10,5-prozentige Anstieg bedeutet 45 Opfer mehr als 2014 und 20 Opfer (4,4 Prozent) mehr als 2013. Das bedeutet auch zum dritten Mal in Folge weniger als 500 Verkehrstote innerhalb eines Jahres.

Der Anstieg erfolgte vor allem in den Monaten Juli bis September. Laut Innenministerium sind die gestiegenen Unfallzahlen im Jahr 2015 daher auch in Zusammenhang mit höherem Verkehrsaufkommen während längerer Schönwetterperioden in den Sommermonaten zu sehen.

Im Bundesländervergleich stechen Vorarlberg und Wien mit Rückgängen positiv hervor und erreichten 2015 sogar die bisher geringste Zahl an Verkehrstoten seit 45 Jahren. So gab es im westlichsten Bundesland neun Tote (2014: 22) und in der Bundeshauptstadt elf (21). Das dritte Bundesland mit einem Rückgang war die Steiermark mit 77 Toten (86). Ansonsten gab es Anstiege im Burgenland mit 24 Verkehrstoten (2014: 22), in Kärnten mit 40 (26), in Niederösterreich mit 130 (121), in Oberösterreich mit 87 (75), in Salzburg mit 43 (27), in der Steiermark mit 77 (86) und in Tirol mit 54 (30).

Unachtsamkeit und überhöhte Geschwindigkeit
Mehr als die Hälfte der Unfälle geschah laut BMI wegen Unachtsamkeit oder überhöhter Geschwindigkeit. So wurden als vermutliche Hauptunfallursachen Unachtsamkeit bzw. Ablenkung genannt (31,7 Prozent). In 26,3 Prozent war es die nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit, die tödliche Folgen zeitigte. An dritter Stelle folgten Vorrangverletzungen (10,5 Prozent), Alkoholisierung war bei 3,4 Prozent der tödlichen Unfälle gegeben - in diesen beiden Bereichen gab es 2015 weniger Unfälle zu vermelden.

Insgesamt kamen aus Gründen wie diesen elf Kinder im Alter bis 14 Jahren ums Leben, davon fünf als Fußgänger, fünf als Pkw-Insassen, und ein Kind als Radfahrer - 2014 verunglückten acht und 2013 zehn Kinder tödlich. Ein Kind in der Altersgruppe von sechs bis 15 Jahren kam bei einem Schulwegunfall ums Leben.

22 Tote auf Eisenbahnkreuzungen
Auf den Bahnübergängen bei Eisenbahnkreuzungsanlagen verunglückten 22 Menschen tödlich (2014: 13). Zwölf Fußgänger kamen im Bereich von Schutzwegen ums Leben (2014: zehn). Fünf Tote mussten 2015 in Straßentunneln beklagt werden (2014: neun). Bei Verkehrsunfällen mit Geisterfahrern kamen 2015 keine Verkehrsteilnehmer ums Leben (2014: drei). 50 Verkehrstote gab es auf Autobahnen und Schnellstraßen, das bedeutet einen Anstieg um zwei Opfer gegenüber 2014 (48). Der Großteil der tödlichen Unfälle ereignete sich aber auf den ehemaligen Bundesstraßen (198 Getötete), Landesstraßen (116) und sonstigen Straßen (111). 83 tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet.

475 Verkehrstote sind etwa ein Sechstel der Todesopfer im Vergleich zu 1972, dem bisher schwärzesten Jahr in der Unfallstatistik (2948 Tote), obwohl der Fahrzeugbestand sich seither von 2,5 Millionen auf 6,5 Millionen mehr als verdoppelt hat.

Aus dem Video-Archiv: Gefahrenzone Bahnübergang

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