Sa, 21. April 2018

Asyl als "Chance"

31.12.2015 00:02

Merkel-Ansprache heuer mit arabischen Untertiteln

Die TV-Neujahrsansprache von Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel lässt sich dieses Mal auch mit arabischen und englischen Untertiteln ansehen. Wie das ZDF mitteilte, werde die Sendung kurz nach der Ausstrahlung am Silvesterabend mit den Untertiteln im Internet abrufbar sein. Laut im Voraus veröffentlichtem Text spricht Merkel in ihrer Rede unter anderem von Flüchtlingen als "Chance für Deutschland".

Mit arabischen und englischen Untertiteln wolle man "möglichst viele Geflüchtete erreichen", erklärte der öffentlich-rechtliche Sender. Die fremdsprachigen Angebote seien nach der Übertragung (Donnerstag, 19.15 Uhr) unter arabic.ZDF.de und english.zdf.de erreichbar. Auch die Weihnachtsansprache von Deutschlands Bundespräsident Joachim Gauck sei bereits mit arabischen und englischen Untertiteln verfügbar.

Via "Bild"-Zeitung hatte die Integrationsbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Aydan Özoðuz, im Vorfeld übersetzte Versionen der Polit-Ansprachen gefordert.

Diskussion im Web
Am Mittwochabend entbrannte rasch eine Diskussion über die mit Untertiteln versehenen Ansprachen im Netz. Während abfällige oder gehässige Bemerkungen in der Mehrheit schienen, fragten sich einige, ob sich diese Maßnahme auch auf andere Länder ausweiten werde. Schließlich habe Merkel in Sachen Migration und Flüchtlingswelle immer schon eine Vorreiterolle innegehabt. Die Bilder, auf denen die Bundeskanzerlin mit Flüchtlingen für Selfies posierte, waren bekanntlich um die Welt gegangen.

"Chance für Deutschland"
In ihrer Rede selbst spricht Merkel schließlich laut in der Nacht auf Donnerstag veröffentlichtem Text von Zuversicht hinsichtlich der "eigenen Stärken" ihrer Landsleute. "Es steht völlig außer Zweifel, dass der Zuzug so vieler Menschen uns noch Einiges abverlangen wird." "Richtig angepackt", so die Kanzlerin, sei dies aber eine "Chance" für Deutschland. Denn von "gelungener Einwanderung" habe man wirtschaftlich und gesellschaftlich noch immer profitiert.

Merkel macht deutlich, dass sich die Deutschen weder sozial noch zwischen "Alteingesessenen und Neubürgern" spalten lassen dürften. "Es kommt darauf an, denen nicht zu folgen, die mit Kälte oder gar Hass in ihrem Herzen ein Deutschsein allein für sich reklamieren und andere ausgrenzen wollen", mahnt sie. Deutschland solle weiter ein Land bleiben, "in dem wir selbstbewusst und frei, mitmenschlich und weltoffen sind".

"Wir schaffen das"
Merkel wiederholt ihren Satz, den sie in der Flüchtlingskrise im Sommer geprägt hatte: "Wir schaffen das, denn Deutschland ist ein starkes Land."

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