Do, 19. Oktober 2017

Vierschanzentournee

30.12.2015 19:13

Hayböck: „Trau mir den Tournee-Sieg natürlich zu“

Skispringer Michael Hayböck will endlich aus dem riesigen Schatten der Stars in der ÖSV-Mannschaft springen. Nach dem tollen zweiten Platz beim Auftakt in Oberstdorf fühlt sich der 24-jährige Adler stark genug, um als achter Österreicher in Folge die Tournee zu gewinnen.

Michael Hayböck war in Oberstdorf von sich selbst ein bisschen überrascht: "Nach dem Training und der Quali hätte ich nicht gedacht, dass ich Peter Prevc schlagen kann."

Der 24-jährige Oberösterreicher packte aber im wichtigsten Moment seinen besten Sprung auf der Schattenbergschanze aus. Er katapultierte sich im Finale mit der Tageshöchstweite (139 Meter) vom sechsten auf den zweiten Platz vor. Nur der deutsche Weltmeister Severin Freund war um drei Punkte besser: "Ein genialer Flug. Das gibt mir sehr viel Selbstvertrauen."

Der "Hai", wie Michi seit einem Tauchabenteuer vor ein paar Jahren mit einer kleinen Ausgabe des berüchtigten Raubfisches gerufen wird, versetzte sich aber in eine tolle Lauerposition. Ganz Deutschland träumt nun vom ersten Tournee-Sieg seit 2002, die Experten setzen weiter auf Weltcup-Leader Prevc. Dem Slowenen fehlen ja nur 7,3 Punkte zur Führung.

Und Hayböck? Der Vorjahres-Zweite will diesmal das große Ding abschießen. "Natürlich trau ich mir den Tournee-Sieg zu. Wenn nicht, habe ich doch schon verloren", sagt der einstige Trainingsweltmeister mit leuchtenden Augen.

Hayböck will Heimvorteil nutzen
Michi setzt dabei auf den Heimvorteil. In Bischofshofen flog der Hobby-Pilot im Vorjahr seinen ersten Sieg ein: "Wenn du auf dem Balken sitzt und dieses rot-weiß-rote Fahnenmeer siehst, das ist das, was mich am meisten begeistert." Cheftrainer Heinz Kuttin traut ihm den Coup zu: "Michi kämpft um seinen großen Traum. Er hat in Oberstdorf einen Schritt dahin gemacht."

Hayböck vergaß im Moment des Erfolges aber nicht seinen Kumpel Stefan Kraft. Der Tournee-König wurde als Halbzeit-Dritter ein Opfer der wechselnden Windverhältnisse im Finale. Er verlor mit Rang sieben schon satte 19,5 Punkte auf Sieger Freund. "Stefan hätte es genauso draufgehabt. Es tut mir echt leid für ihn. Aber es ist noch nichts verloren, in Garmisch geht es praktisch für alle bei null weiter", versuchte Michi seinen Zimmerkollegen moralisch aufzubauen.

Coach Kuttin war mit dem Agieren der Jury in der heiklen Phase nicht ganz einverstanden. Ausgerechnet bei den Top 10 wurden mehrmals die Anfahrtshöhen verändert. "Wenn sich die Verhältnisse so ändern, dann ist das ein klarer Eingriff, das sollte man in Zukunft besser gestalten", so der Kärntner.

Kraft lässt sich mit seinem unbekümmerten Wesen von der Enttäuschung nicht bremsen: "Ich greife in Garmisch wieder voll an."

Aus dem Archiv: Ein Trainingstag von Gregor Schlierenzauer

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