Do, 23. November 2017

Sichtbarkeit erhöht

23.12.2015 12:54

Studie zu Wiens Ampelpärchen kostete 20.000 Euro

Es war, ist und bleibt ein viel diskutiertes Thema: die Ampelpärchen in Wien. Der eine findet sie gut, der andere auch weiterhin schlecht. Doch bringen die Verkehrsregler in neuem optischen Gewand auch tatsächlich mehr Sicherheit, wie oftmals verlautet? Jein - wie jetzt aus einer 20.000 Euro teuren Studie der MA 33, der Magistratsabteilung "Wien leuchtet", hervorgeht.

Wie der ORF berichtet, wurde bereits im Herbst seitens der MA 33 das Institut Epigus damit beauftragt, Erhebungen rund um die polarisierenden Ampelpärchen durchzuführen. Und da zeigte sich ganz klar: Die Sicherheit wurde verbessert, der Umstand hat per se allerdings nichts mit den gleichgeschlechtlichen Pärchen zu tun.

Licht dank größerer Leuchtfläche besser zu sehen
Wie Harald Bekehrti von der MA 33 gegenüber dem ORF erklärt, nehme ein Passant Lichtsignale "eher im Bereich 'Umgebungssehen' wahr". "Das heißt, dass nicht das Symbol wahrgenommen wird, sondern die Farbe der Ampel. Deshalb ist entscheidend, wie groß die Lichtaustrittsfläche ist", so Bekehrti. Und da bei dem neuen Straßenlichtsignal nun eben zwei Personen zu sehen sind - statt nur einer -, erhöht sich auch die Leuchtfläche, und das um 40 Prozent.

Und wie viele Fußgänger gehen nun weiterhin trotz der Ampelpärchen bei Rot über die Straße? Immerhin um 18,22 Prozent weniger als vor der Installation. Allerdings wurde dieses Ergebnis gar nicht seitens des Instituts festgestellt, sondern von Mitarbeitern der MA 33 selbst: Diese stellten sich vor und nach der Montage der neuen Ampeln an eine Kreuzung und zählten die Rotlichtsünder auf zwei Beinen. Die Kosten für diese Studie(n) schlagen dabei insgesamt mit rund 20.000 Euro zu Buche - also fast ein Drittel der Gesamtkosten von etwa 63.000 Euro.

Eine detaillierte Auflistung der Kosten aus dem Büro von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou gab es dazu bereits im Mai:

  • 20.000 Euro für Konzeption, Sujetentwicklung und die wissenschaftliche Begleitung des Projekts
  • 36.000 Euro für Personalkosten (trotz einer personell gut aufgestellten Magistratsabteilung 33 - "Wien leuchtet") und Lieferung
  • 6000 Euro hat die Produktion der 240 neuen Kunststofffolien gekostet (also 25 Euro pro Stück).
  • 1000 Euro sind noch für "Unvorhergesehenes" (?) veranschlagt.

Übrigens: Auch der derzeit schlanken Silhouette unseres althergebrachten Ampelmännchens könnte in Zukunft zu Leibe gerückt werden. Denn mehr Körpermasse bedeutet bekanntlich auch mehr Leuchtfläche und damit auch mehr Sichtbarkeit, zeigt sich Bekehrti offen für eine Gewichtszunahme künftiger Ampelmänner.

Video aus dem Archiv: Wien hat jetzt gleichgeschlechtliche Ampelpärchen

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