Mo, 20. November 2017

Eklat der Rechten

23.12.2015 10:37

Aufregung um Scheinhinrichtungen auf „Mahü“

Für helle Aufregung im Netz sorgt derzeit ein verstörendes Video der rechten "Identitären"-Bewegung. Auf der Wiener Mariahilfer Straße stellten Mitglieder der Vereinigung auf offener Straße - mitten im vorweihnachtlichen Trubel - eine IS-Hinrichtung nach.

Drei vermummte Männer mit Sturmhauben, Westen und Tarnhosen - zwei von ihnen mit Messern in der Hand -, eine Person im Nijab, die eine schwarze Flagge mit weißen arabischen Schriftzeichen hält, und zwei vor ihnen kniende "Geiseln", die Schilder mit der Aufschrift "Refugees welcome" in den Händen halten, untermalt von orientalischer Musik - dieses Bild bot sich am Montag auf Österreichs größter Einkaufsstraße zahlreichen Menschen, die zum Großteil wohl letzte Besorgungen vor Weihnachten erledigen wollten.

Bald danach folgten die bestürzenden Szenen: Die beiden bewaffneten Vermummten zücken ihre Messer, setzen die Klingen an den Hälsen ihrer Geiseln an, nach einer Schnittbewegung fallen die beiden "tot" zu Boden. Die Szenen ähneln auf erschreckende Weise jenen Gräuelvideos von Ermordungen "Ungläubiger" durch den IS, die immer wieder im Internet auftauchen.

Forderungen nach Schließung der Grenzen
Kurz darauf ergreift ein Sprecher der Gruppierung das Wort und äußert sich zur aktuellen Flüchtlingssituation: "Wer weiß, was als nächstes in Wien passiert. Wir wissen es nicht, weil kein Mensch weiß, wie viele Schläfer bereits über die Grenze gekommen sind. Wir wissen es nicht, weil kein Mensch kontrolliert hat, wer in unser Land kommt." Danach fordern die Anwesenden in Sprechchören ein sofortiges Schließen der Grenzen - umringt von einer Vielzahl an Schaulustigen und einer Gruppe Gegendemonstranten.

Die als Flashmob veranstaltete Aktion war offenbar angemeldet. Einige Polizisten beobachten die Szenen zunächst aus der Entfernung und greifen ein, als die aufgeheizte Stimmung kurzfristig zu eskalieren droht. Bald hat sich eine Traube an Menschen versammelt, die Meinungen prallen aufeinander. Während einige bestürzt, schockiert und wütend auf die Aktion reagieren, spenden andere klatschend Beifall.

Dass die aktuelle Flüchtlingssituation in Europa dramatisch ist und in der Causa dringend Handlungsbedarf besteht, ist nicht von der Hand zu weisen. Ob die Art und Weise, darauf aufmerksam zu machen, auf ähnlichem Niveau geschehen sollte, wie es der IS mit seinen Propagandavideos tut, bleibt allerdings dahingestellt.

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