Mi, 22. November 2017

Schrecksekunde

22.12.2015 21:51

Kamera-Drohne stürzt beinahe auf Marcel Hirscher!

Riesenschock beim Nachtslalom von Madonna! Auf dem Weg zu Platz zwei wäre Österreichs Ski-Star Marcel Hirscher beinahe von einer Kamera-Drohne getroffen worden. Unmittelbar hinter dem Salzburger stürzte das unförmige Ding auf die Piste, nicht ohne massive Einschlagspuren zu hinterlassen. Nicht auszudenken, wäre Hirscher um wenige Sekundenbruchteile langsamer unterwegs gewesen. Im Video oben sehen Sie den Horror-Moment des Nacht-Slaloms von Madonna, der für Hirscher ganz böse hätte enden können!

Hirscher selbst realisierte erst im Zielraum, welches Glück er offensichtlich gehabt hatte: "Ich hab‘ schon etwas gespürt. Ich hab‘ mir halt gedacht, da ist ein Rutscher oder irgendwas. So etwas ist eine absolute Frechheit! Man darf gar nicht nachdenken, was da passieren kann. Wer auch immer dafür verantwortlich ist: Passt's bitte auf!"

FIS-Renndirektor: "Sind an Katastrophe vorbeigeschrammt"
FIS-Renndirektor Markus Waldner wusste wenig später bereits mehr: "In Österreich und der Schweiz ist es verboten, bei Großevents zu fliegen. In Italien ist es erlaubt, aber nicht über Publikum. Wir haben abgecheckt, dass die Drohne nur in einem Korridor neben der Strecke fliegen darf. Er ist aber immer weiter reingeflogen. Das wird sicher Konsequenzen haben - wir sind an einer Katastrophe knapp vorbeigeschrammt."

Schwarz-Sensation gerät in Hintergrund
Das Ergebnis des Slalom-Klassikers geriet dabei direkt etwas in den Hintergrund: Hirscher, der während des Rennens gar nichts von seinem Glück im Unglück mitbekommen hatte, musste sich nur dem überragenden Norweger Henrik Kristoffersen geschlagen geben. Für die Sensation des Rennens sorgte indes der 20-jährige Kärntner Marco Schwarz (+1,59 Sekunden) als Dritter.

ÖSV-Youngster Schwarz: "Eine geile Fahrt"
Schwarz, der den Servicemann des im Sommer zurückgetretenen Benjamin Raich in seinem Team hat, sprach von einer "geilen Fahrt. Ich habe aber schon im ersten Lauf voll angedrückt. Es ist mir gut aufgegangen." Seine Leistungsexplosion sei auch auf die perfekte Vorbereitung zurückzuführen. "Ich habe gut trainiert und auch eine gute Stabilität drin", erläuterte der dreifache Gold-Gewinner der Olympischen Jugendspiele 2012, wo er in RTL, Super-Kombi und im Teambewerb triumphiert hatte.

Herbst: Kristoffersen "hat Selbstvertrauen Ende nie"
ÖSV-Routinier Reinfried Herbst staunte neben der Vorstellung von Schwarz vor allem über die Dominanz von Kristoffersen, der Hirscher bereits im ersten Lauf 1,03 Sekunden abgenommen hatte. "Der hat irgendwo eine Abkürzung erwischt", scherzte der Salzburger zur Halbzeit. "Der Bursche hat natürlich Selbstvertrauen Ende nie." Herbst lag nach dem ersten Durchgang an der 21. Stelle, fiel dann aber nach einem Fehler im Mittelteil in der Entscheidung auf den 25. Endrang zurück.

Damit war der 37-Jährige Olympiazweite von 2006 hinter Marc Digruber (20.) und Manuel Feller (21.) nur fünftbester Österreicher. Der deutsche Vorjahressieger Felix Neureuther, bei Halbzeit noch Sechster, schied im Finale aus.

Kristoffersen: Mit einer Sekunde vor Hirscher "ist man wirklich gut"
Für Kristoffersen war es der insgesamt sechste Weltcup-Sieg, der fünfte im Slalom. Diesmal lag er am Ende sogar 1,25 Sekunden vor Hirscher und 1,59 vor Schwarz. "Das war ein wirklich gutes Rennen von mir", sagte der 21-jährige Junioren-Weltmeister. "Im zweiten Lauf war es wirklich schwierig, aber ich denke, ich war am Limit. Ich bin wirklich zufrieden mit dieser Leistung. Wenn man über eine Sekunde vor Hirscher ist, dann ist man wirklich gut", betonte Kristoffersen. "Österreich ist trotzdem die größte Skination der Welt, aber Norwegen ist gut in Form."

Im Gesamt-Weltcup übernahm Hirscher mit Platz zwei indes wieder die Führung. Der Titelverteidiger geht mit 23 Punkten Vorsprung auf den Norweger Aksel Lund Svindal in die Weihnachtspause.

Das Ergebnis
1. Henrik Kristoffersen (NOR)        1:37,80 Min.
2. Marcel Hirscher (AUT)             +1,25 Sek.
3. Marco Schwarz (AUT)             +1,59
4. Giuliano Razzoli (ITA)              +1,67
5. Luca Aerni (SUI)                    +1,84
6. Fritz Dopfer (GER)                  +1,96
7. Jean-Baptiste Grange (FRA)     +2,17
8. Manfred Mölgg (ITA)               +2,34
9. David Chodounsky (USA)          +2,37
10. Andre Myhrer (SWE)              +2,49
11. Daniel Yule (SUI)                   +2,51
12. Alexander Choroschilow (RUS) +2,53
13. Patrick Thaler (ITA)              +2,74
14. Victor Muffat-Jeandet (FRA)   +2,76
15. Adam Zampa (SVK)               +2,78
16. Julien Lizeroux (FRA)              +2,86
17. Stefano Gross (ITA)              +2,90
18. Axel Bäck (SWE)                   +2,98
19. Jens Byggmark (SWE)            +3,02
20. Marc Digruber (AUT)              +3,43
21. Manuel Feller (AUT)               +3,48
22. Leif Kristian Haugen (NOR)      +3,52
23. Robin Buffet (FRA)                 +3,53
24. David Ryding (GBR)                +3,55
25. Reinfried Herbst (AUT)           +3,85
26. Alexis Pinturault (FRA)           +4,76
27. Riccardo Tonetti (ITA)          +5,85

Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Markus Larsson (SWE), Naoki Yuasa (JPN), Jonathan Nordbotten, Sebastian-Foss Solevaag (beide NOR)

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Mattias Hargin (SWE), Anton Lahdenperä (SWE), Felix Neureuther (GER)

nicht für den 2. Durchgang der Top 30 qualifiziert: Michael Matt (34.), Christian Hirschbühl (35.), Wolfgang Hörl (38.), Dominik Raschner (40./alle AUT)

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