So, 19. November 2017

ZAMG zieht Bilanz

22.12.2015 14:27

2015 war zweitwärmstes Jahr der Messgeschichte

Das Jahr 2015 war in Österreich das zweitwärmste seit Beginn der Messungen anno 1768. Es wird laut Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik voraussichtlich rund eineinhalb Grad über dem vieljährigen Mittel von 1981 bis 2010 liegen. Außerdem war es das fünftsonnigste Jahr der Messgeschichte und zählt zu den 20 trockensten Jahren, zog die ZAMG am Dienstag vorläufig Bilanz.

"Das Ungewöhnliche am Wetterjahr 2015 waren nicht kurzfristige, spektakuläre Extremereignisse wie Hochwasser oder zahlreiche schwere Gewitter. Das Besondere an diesem Jahr war das sehr konstante warme, trockene und sonnige Wetter", so ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik. "Zehn Monate waren heuer wärmer als im vieljährigen Mittel, zum Teil sogar deutlich. So lagen Juni, Juli, August, November und Dezember unter den zehn wärmsten Monaten der jeweiligen Messreihen." Wärmstes Jahr bleibt aber 2014 mit 1,7 Grad über dem Mittel.

Juli war wärmster der Messgeschichte
Die größten Beiträge zu diesem extrem warmen Jahr lieferten die Monate Jänner (plus 2,8 Grad), Juni (+1,4), Juli (+3,1), August (+2,7), November (+2,6) und Dezember (voraussichtlich 3,5 bis 3,8 Grad plus). Der Juli war der wärmste, der August der viertwärmste und der November der siebentwärmste der Messgeschichte. Der Dezember dürfte einer der drei wärmsten jemals gemessenen werden.

Außerdem wurden heuer ungewöhnlich viele extrem heiße Tage registriert. So gab es in der Wiener Innenstadt 18 Tage über 35 Grad, in St. Pölten waren es 14, in Eisenstadt elf, in Linz neun und in Bregenz drei. Der Jahreshöchstwert wurde mit 38,3 Grad am 19. Juli in Krems und Langenlebarn in Niederösterreich gemessen.

Ungewöhnlich wenige Frosttage in den Bergen
In den hochalpinen Regionen zeichnet sich mit einem Plus von 1,3 Grad gegenüber dem klimatologischen Mittel das wärmste Jahr der Messgeschichte ab, gemeinsam mit den Jahren 2011 und 2014. Im Sommer gab es auf den Bergen außerdem ungewöhnlich wenige Tage mit Frost.

Am Sonnblick-Observatorium der ZAMG, auf 3109 Metern Seehöhe, wurden im Sommer nur 27 Frosttage registriert. Das ist der zweitniedrigste Wert nach dem Sommer 2003 (18 Frosttage) - 16 Tage weniger als im langjährigen Durchschnitt.

"Österreichweit gesehen gab es heuer zehn Prozent mehr Sonnenstunden als im vieljährigen Mittel. Damit zeichnet sich ein Platz unter den fünf sonnigsten Jahren der Messgeschichte ab", so Orlik. Die sonnigsten Jahre seit 1925 waren 2003, 2011, 2007 und 2012. Der heurige November war zudem der sonnigste November der Messgeschichte.

Video aus dem Archiv (Sommer 2015): Haben Sie dieses Wetter langsam satt?

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