Do, 23. November 2017

„Johnny“ im Glück

22.12.2015 08:37

Streunerhund erhielt neuartige Hauttransplantation

"Johnny" hatte Glück im Unglück: Als er in die die "Vier Pfoten"-Streunerklinik in Sofia gebracht wurde, klaffte eine riesige Wunde auf seinem Rücken - ein großes Stück Haut fehlte. Da der Streuner so große Schmerzen erleiden musste, machte ihm ein österreichischer Experte ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art: Wundmanager Dieter Ponweiser reiste letzte Woche für eine Hauttransplantation eigens nach Sofia.

Obwohl "Johnny" nach seiner Ankunft in der Streunerklinik sofort behandelt wurde, musste er große Schmerzen ertragen. "Wir haben alles in unserer Macht getan, um Johnny zu helfen, aber jedes Mal, wenn wir seine Verbände gewechselt haben, ist er zusammengezuckt, stand unter großem Stress und hatte starke Schmerzen. Uns war klar, dass seine Genesung Monate dauern würde", berichtet Projektmanagerin Margarita Chankova.

Wundmanager reiste aus Österreich an
Sein ganz persönliches Weihnachtsengerl fand der Streunerrüde in dem professionellen Wundmanager Dieter Ponweiser, der mitsamt seines speziellen Equipments unentgeltlich nach Bulgarien reiste, um eine moderne Hauttransplantation an Johnny durchzuführen. Das Equipment wurde von Acelity, einem globalen Unternehmen für Wundversorgung und regenerative Medizin, zur Verfügung gestellt, bei dem Eingriff unterstützt wurde Ponweiser von den "Vier Pfoten"-Tierärzten in der Klinik.

Operation verlief ohne Komplikationen
Die Operation verlief ohne Komplikationen. "Johnny wachte nach dem Eingriff ohne Probleme wieder auf und schien keine Schmerzen zu haben. In den nächste Wochen wird die Wunde heilen und vorerst werden wir nur die äußeren Schichten seines Verbands regelmäßig erneuern. Ende dieser Woche werden wir den gesamten Verband entfernen und den Heilfortschritt genau überprüfen", erklärt Chankova.

Gesunde Haut wird auf Wunde transplantiert
Die Methode, die an Johnny angewandt wurde, nennt sich "Acelity's CelluTome™ Epidermal Harvesting system" - dabei werden kleine Hautteile an einer Körperstelle des Patienten entnommen und an einer anderen Stelle wieder eingesetzt. Dieser Prozess wird als autologe Hauttransplantation bezeichnet. In einer dreistündigen Operation nutzte Ponweiser kleine Teile von unterschiedlichen Stellen von Johnnys unversehrter Haut, um sie auf die verwundete Stelle zu transplantieren und so den Heilungsprozess zu unterstützen.

Kurze Genesungsdauer, weniger Risiko
"Der größte Vorteil dieser Methode ist die Genesungsdauer, die im Vergleich zur konventionellen Behandlungsmethode wesentlich kürzer ausfällt. Außerdem ist sie weniger schmerzhaft und birgt weniger Risiken als klassische Methoden.", erklärt Ponweiser. Vor Johnnys Operation hatte Ponweiser diese Form der Hauttransplantation nur bei Menschen und Pferden angewandt. Obwohl die Methode bei Menschen ohne Narkose durchgeführt wird, wurde Johnny aus Sicherheitsgründen betäubt und seine Narkose vom Tierärzte-Team genau überwacht.

Lebensplatz für Johnny gesucht
Der dreijährige Johnny war Ende Oktober in die "Vier Pfoten"-Klinik gebracht worden. Obwohl zunächst angenommen wurde, dass seine Verletzung von einer Verbrennung stammte, bestätigten die behandelnden Tierärzte später, dass er sich die Wunde vermutlich beim Kampf mit einem anderen Hund zugezogen hatte. "Wir sind froh, dass die Operation Johnny Aussichten so sehr verbessert hat - wir hoffen, dass er sich innerhalb der nächsten Wochen vollständig erholen wird", erklärt Chankova. Nach seiner Genesung werden die Tierschützer ein neues Zuhause für Johnny suchen.

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