Mo, 20. November 2017

Streik steht im Raum

18.12.2015 15:41

Sicherheitsalarm in heimischen Haftanstalten

Sicherheitsalarm hinter Gittern: Österreichs Justizwache ist personell am Limit und warnt vor dramatischen Zuständen in den mit 9000 Häftlingen völlig überfüllten heimischen Strafanstalten. Brennpunkt neben dem oberösterreichischen Garsten ist das "Dschihadisten-Gefängnis" in Salzburg. Bei einem Test konnte eine Pistole bis in die Zelle eingeschmuggelt werden. "Die Insassen werden immer gefährlicher. In der U-Haft beträgt der Ausländeranteil bis zu 80 Prozent", warnt der oberste Justizwache-Gewerkschafter Albin Simma.

240 Häftlinge sitzen in Puch-Urstein in Salzburg. Neben den jüngst gefassten vier Dschihadisten - darunter auch zwei Paris-Terrorhelfer - sind noch weitere brandgefährliche U-Häftlinge dort. Trotzdem wird offenbar bei der Sicherheit gespart. So dürfen Privatpersonen zum Autowaschen (!) in den Innenhof bis ins sogenannte Halbgesperre, wo die Verdächtigen in Betrieben arbeiten bzw. sich frei bewegen.

Diese Lücke wurde nun bei einem Test aufgedeckt. Eine Schusswaffe (in diesem Fall nur eine Spielzeugpistole) konnte bis in die Zelle geschmuggelt werden - eine Horror-Vorstellung. Simma platzt jetzt der Kragen: "Wenn bei einem Gespräch mit der Dienstführung nichts herauskommt, dann sind alle drei Fraktionen für gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen."

Massenausbruch knapp vereitelt
In Garsten konnte - wie berichtet - eben erst ein Massenausbruch verhindert werden. 420 Straftäter sind im einstigen Stift untergebracht, darunter viele richtig "schwere Jungs". Eine kleine Gruppe von Langzeithäftlingen plante, einen Wachebeamten zu kidnappen, so an die Schlüssel zu kommen und sich aus dem Staub zu machen.

Im letzten Moment durchkreuzte die Exekutive, die einen Tipp erhalten hatte, die kriminellen Pläne. General Josef Schmoll: "Die Gewährleistung der Sicherheit sowohl von Insassen und Justizbeamten als auch von Personen außerhalb ist eine zentrale Aufgabe. In einer derartigen Situation müssen wir handeln, da gibt es keine Alternative."

Aus dem Video-Archiv: "Turboschub" für Strafvollzugsreformen

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