Mo, 20. November 2017

Telepräsenzroboter

18.12.2015 08:56

Kosmonaut steuert „SpaceJustin“ aus dem All

Ein Händedruck zwischen Erde und Weltraum, gesteuert aus dem All: Wissenschaftler am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München haben einem Kosmonauten auf der Internationalen Raumstation ISS virtuell in Echtzeit die Hand geschüttelt - und danach mit Prosecco angestoßen. Zwischengeschaltet bei dem Händedruck war der Roboter "SpaceJustin" in Oberpfaffenhofen, den der Kosmonaut Sergej Wolkow von der ISS aus steuerte und der als Prototyp für Roboter im All entwickelt wurde.

"SpaceJustin" nahm nach gelungenem Händedruck auch das Glas mit Prosecco und prostete - gelenkt von Wolkow - DLR-Vorstandsmitglied Hansjörg Dittus und dem Direktor des Instituts für Robotik und Mechatronik, Alin Albu-Schäffer, zu. Damit sei ein weiterer Schritt der Robotik gelungen, sagten Dittus und Albu-Schäffer. Allein für die Anpassung von Druck und Bewegung zwischen Schwerelosigkeit und der Anziehung auf der Erde hatten die Forscher mehrere Experimente benötigt.

Der russische Raumfahrer und die Wissenschaftler am Boden konnten sich sehen, sprechen - und spürten über die Kraftrückkoppelung die Bewegung und den Druck des Handschüttelns. Wermutstropfen: Wolkow spürte den Druck des Partners auf der Erde an "SpaceJustins" linker Hand nur an seinem Joystick. Gelenkt aus dem All und aus Sankt Petersburg hob und senkte der Roboter einen Ball.

Nur knapp zehn Minuten Zeit
Die Wissenschaftler hatten für ihr Experiment knapp zehn Minuten Zeit. Nur so lange war die ISS, die im Abstand von 400 Kilometern um die Erde kreist, über Europa und somit in direkter Verbindung. Über Satelliten wäre keine Echtzeitverbindung möglich gewesen.

Mit Telepräsenz-Technologien können Roboter auf der Erde schon heute etwa in Katastrophengebieten gefährliche Aufträge erledigen. Systeme bei minimalinvasiven medizinischen Eingriffen funktionieren ähnlich.

Im Weltraum könnten Wissenschaftler künftig von einer Raumstation aus einen Roboter steuern, der zum Beispiel den Mars oder den Mond erkundet - oder sonstige Außeneinsätze außerhalb des Raumschiffs absolviert. Die Roboter sollen auch Weltraumschrott einsammeln, der im Orbit eine wachsende Gefahr darstellt.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden