Mo, 20. November 2017

Megadeal um 119 Mio.

16.12.2015 08:27

Israelis schlucken Gewürzhersteller

Marcus Winkler, Wiberg-Chef in dritter Generation, überrascht mit einem Megadeal: Er trennt sich vom Familienbetrieb und verkauft an den israelischen Weltkonzern Frutarom. Um 119 Millionen Euro wechselt die Salzburger Gewürz-Tradition (gegründet 1947) mit viel Innovationsgeist und vier Werksstandorten im In- und Ausland den Besitzer.

Frutarom bekundete schon seit Jahren Interesse an Wiberg: "Wir haben die Marke schon länger beobachtet. Für uns ist es der größte strategische Zukauf, den wir jemals getätigt haben", kommentiert Konzernboss Ori Yehudai die Fusion sichtlich erfreut. Der Riese für Lebensmittel-Zusatzstoffe verfolgt eine Vision: "Mehr Gesundheit aufs Teller. Viele haben heute keine Zeit mehr oder sie können gar nicht mehr kochen. Wir bringen Qualität in die Ernährung", informiert Yehudai über die Strategie von Frutarom. Mehr natürliches Essen, weniger Zucker und Salz: Das sei in Industrieländern das Ziel.

Weltkonzern weltweit auf Einkaufstour
Frutarom ging zuletzt häufig auf Einkaufstour: In vier Jahren kaufte der Konzern 26 Unternehmen auf. Auch die deutsche Marke Gewürzmüller gehört seit 2007 den Aroma-Spezialisten mit Sitz in Haifa. "Hier schließt sich ein Kreis", erzählt der neue Eigentümer, dass Winklers Großvater und Wiberg-Gründer bei Gewürzmüller das Handwerk lernte. Ob es leicht fällt, "Familiensilber" in ausländische Hände zu geben? "Ich bin glücklich, weil Wiberg dadurch noch stärker wird", vertraut Winkler auf neue Chancen. Seine Mutter würden aber gemischte Gefühle begleiten, gesteht er ein. Mit den neuen Eigentumsverhältnissen sei auch der Weg zu neuen Produkten frei. "Es geht beispielsweise um Fasern aus Früchten", berichtet Wiberg, der auch weiterhin noch als Berater und Stratege im Hintergrund zur Verfügung stehen wird. "Mit Frutarom können neue Technologien entwickelt werden."

Keine Kündigungen oder Werksschließungen
Die rund 670 Mitarbeiter von Wiberg haben keine Kürzungen zu befürchten, versichert der neue Boss. Yehudai: "Ganz im Gegenteil. Wir haben gefragt, wer in Zukunft noch mehr Verantwortung übernehmen will." Auch die Standorte in Salzburg und Freilassing seien gesichert: "Wir wollen noch weiter wachsen."

Weltweit vernetzt, aber regional verankert
Sorge, dass der Expansionskurs zu schnell gehen könnte, hat der Frutarom-CEO nicht. "Wir haben genug Management-Ressourcen, überall sitzt ein lokal Verantwortlicher." Regionale Eigenheiten kämen nicht zu kurz. Frutarom reagiere auch auf unterschiedliche Geschmäcker. Der "Aroma-Deal" verlieh auch dem Börsen-Geschehen viel Würze: Nachdem die Nachricht international bekannt wurde, legte die Frutarom-Aktie an der Börse in Tel Aviv gleich um zehn Prozent zu. Der Deal soll Anfang 2016 abgeschlossen werden.

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