Fr, 24. November 2017

0,0092 mm²

15.12.2015 15:40

Forscher drucken kleinstes Farbbild der Welt

Es ist so klein, dass man es mit bloßem Auge nicht sieht: das kleinste Farbbild der Welt aus einem Tintenstrahldrucker. Forscher der ETH Zürich und der auf Kleinstdruck spezialisierten Scrona AG haben ein Bild von drei Clownfischen mit Seeanemone auf einer Fläche gedruckt, die dem Querschnitt eines menschlichen Haares entspricht.

Das ausgedruckte Bild messe 0,0092 Quadratmillimeter und habe Seitenlängen von 80 und 115 Mikrometern, teilte die ETH in Zürich mit. "Dieses Bild ist so winzig, dass es von bloßem Auge nicht mehr sichtbar ist", sagte der ehemalige ETH-Forscher und Scrona-Mitgründer Patrick Galliker. Damit es einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde bekommen konnte, mussten die Superlativ-Experten das winzige Bild unter einem speziellen Mikroskop betrachten.

Leuchtende Quanten-Punkte
Um die Clownfische und ihre Anemone darzustellen, wurden mehrere Lagen von roten, grünen und blauen Quanten-Punkten übereinander gedruckt. Dabei handelt es sich um Nanopartikel, die in spezifischen Farben leuchten. Indem die Forscher die Größe der Quanten-Punkte verändern, können sie die Farbe des abgegebenen Lichts nach Wunsch festlegen. Die Farben von Quanten-Punkten leuchten sehr intensiv, weshalb sie derzeit auch vermehrt für die Herstellung von Flachbildschirmen eingesetzt werden.

Die Auflösung des Bildes beträgt 25.000 dpi, der Abstand zwischen zwei Pixeln beträgt damit nur 500 Nanometer. Um die Farbtiefe von 24 bit zu erreichen, musste die Dicke der Schichten mit höchster Präzision im atomaren Bereich festgelegt werden - und das bei jedem einzelnen Pixel. Bislang sei es nicht einmal mit modernster Halbleiter-Technik möglich gewesen, solche Nanostrukturen von derart hoher Präzision zu erschaffen, so die ETH in einer Mitteilung.

Interessant für Bildschirmproduktion
Das Bild sei deshalb nicht einfach nur ein netter Gag, sondern eine vielversprechende Alternative für die Herstellung von Bildschirmen oder optischen Geräten. Bis es soweit ist, müssen die Forscher die Geschwindigkeit des Druckvorgangs allerdings noch verbessern: Das Clownfisch-Bild auszudrucken dauerte mehrere Stunden.

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