Do, 23. November 2017

Kein Mordversuch

15.12.2015 14:30

Eltern mit Motorsäge attackiert - Einweisung

Ein 20-jähriger Innviertler ist am Dienstag vom Landesgericht Ried in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden. Er soll im Sommer seine Eltern mit einer Motorsäge attackiert haben. Die Geschworenen sahen aber keinen Mordversuch, sondern lediglich eine Körperverletzung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Mann hatte bis zu dem Vorfall am 30. Juli bei seinen Eltern gewohnt. Der Hilfsarbeiter wurde von seiner Mutter als ruhiger Mensch beschrieben - zumindest bis er vor eineinhalb Jahren an paranoider Schizophrenie erkrankte.

Am Tattag sei ihm von Stimmen befohlen worden, jemanden zu töten, sagte er vor Gericht. Also habe er die Motorsäge geholt und sei zu seinen Eltern ins Schlafzimmer gegangen. Der Vater versuchte, den Angriff abzuwehren, und wurde dabei leicht an der Hand und am Kopf verletzt. Dann starb laut Angeklagtem die Motorsäge ab und er habe daraufhin seine Mordabsichten fallen gelassen: "Als die Stimmen weg waren, habe ich gleich gemerkt, dass ich Scheiße gebaut habe."

Eltern verweigerten Aussage
Staatsanwalt Franz Josef Zimmer sah allerdings keinen freiwilligen Rücktritt vom Versuch - die Säge könnte auch in die Bettdecke geraten und dadurch abgestorben sein. Die Eltern des Angeklagten verweigerten die Aussage zum Tatablauf. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Einweisung beantragt. Gutachterin Adelheid Kastner bezeichnete den 20-Jährigen als "schwer krank".

Die Geschworenen mussten die Fragen beantworten, ob der Angeklagte die Tat freiwillig beendet hat und ob er zurechnungsfähig war oder nicht. Sie entschieden mit vier zu vier, dass er freiwillig von der Tat abgelassen habe, daher war sie nur noch als Körperverletzung und nicht - wie angeklagt - als Mordversuch zu werten. Alle acht Geschworenen sprachen sich dafür aus, dass er zurechnungsunfähig gewesen sei. Damit wird der junge Mann auf unbestimmte Zeit in eine Anstalt eingewiesen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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