Mo, 11. Dezember 2017

Proteste erfolglos

15.12.2015 10:13

Salzburg genehmigt die umstrittene Freileitung

Drei Jahre nach ihrer Einreichung hat die Landesregierung Montag der 113 Kilometer langen 380-kV-Freileitung ihren Segen erteilt: "Auf Herz und Nieren sei das Projekt geprüft worden", so die grüne Landeshauptmann-Stellvertreterin: Sie hätte sich eine schonendere Variante mit teilweise verkabelten Abschnitten gewünscht.

Landesrat Josef Schwaiger betonte, dass eine Energiewende nur mit einem sicheren Übertragungsnetz funktionieren würde. Selbst Rössler musste einräumen: "Durch die Freileitung ist eine erhebliche Beeinträchtigung des Landschaftsbildes sowie des Erholungswertes zu erwarten." Hohn und Spott erntet die grüne Politikerin allerdings für die von ihr geplanten "Ausgleichsmaßnahmen" wie die Aufwertung der Weitwörther Au, des Ursprunger Moors oder eines Naturwaldreservates Tauglboden: "Da werden sich die betroffenen Anrainer einer 380-er Freileitung aber bedanken", so Adnets Bürgermeister Wolfgang Auer, der sich von der grünen Landeshauptmann-Stellvertreterin maßlos enttäuscht zeigte: "Vor der Wahl klang das alles ganz anders."

Vom 30. Dezember bis 27. Jänner 2016 liegt der Bescheid beim Land auf, in dieser Zeit können Einsprüche erhoben werden. Selbst beim Verbund rechnet man, dass eine Entscheidung erst in zweiter Instanz, beim Bundesverwaltungsgericht in Wien, fallen wird. Erst dann ist ein Baubeginn möglich.

"Enteignung nicht mehr vorstellbar"
Doch der Weg bis dorthin wird für den Verbund nicht einfach: "Bei uns wird keiner einen Grund hergeben", so Adnets Bürgermeister Wolfgang Auer: "Und eine Enteignung für eine Freileitung ist für mich in der heutigen Zeit nicht mehr vorstellbar, zumal es ja eine Alternative in Form eines Erdkabels gibt." Das weiß man auch in Bayern, wo das längst Stand der Technik ist. Nur nicht bei uns in Salzburg...

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