Fr, 15. Dezember 2017

Spezieller Fall

15.12.2015 18:45

Zug tötete Baby - Gerichtsverfahren ohne Prozess!

Die Zug-Tragödie von Linz-Ebelsberg, bei der die 18 Monate alte Lilly starb - nun sind die Ermittlungen, wie berichtet, beendet. Die Mutter hatte die Bremsen nicht angezogen. Sie wird wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Die Beschuldigte bekommt ein so genanntes Mandatsverfahren, das Urteil wird also ohne Prozess gefällt.

Die Ermittlungen ergaben, dass die Mutter das Baby kurz unbeaufsichtigt im Kinderwagen ließ, um eine Fahrkarte zu kaufen. "Aufgrund von Zeugenaussagen und eines eingeholten Gutachtens ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Mutter die Bremsen des Kinderwagens nicht angezogen hatte, sodass dieser vom Sog des einfahrenden Zugs erfasst und auf die Gleise gerissen wurde", erklärt Philip Christl von der Staatsanwaltschaft Linz, warum die 33-Jährige wegen fahrlässiger Tötung angeklagt wird. Dem Lokführer konnte, wie berichtet, kein Fehlverhalten nachgewiesen werden. Er war sogar mit einem geringeren als dem erlaubten Tempo durch den Bahnhof gefahren.

Linzer Uni-Professor übernahm Verteidigung
Der Linzer Uni-Professor und Strafrechtsexperte Alois Birklbauer ist ein Freund der Familie. Er übernahm die Verteidigung und regte an, ein Mandatsverfahren in Gang zu setzten. Dieser juristisch recht selten begangene Weg ist seit Jahresbeginn möglich. Das Gericht kann, ohne eine Hauptverhandlung durchzuführen, mit einer schriftlichen Strafverfügung eine Geldstrafe oder eine bedingte Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr verhängen. Der Familie bleibt damit ein öffentlicher Prozess erspart. Wird die Strafverfügung rechtskräftig, so entspricht sie einer Vorstrafe. Das Verfahren liegt nun beim Linzer Bezirksgericht.

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