Di, 21. November 2017

„Zeitvernichter“

14.12.2015 09:17

Smartphones kosten 3 Stunden Lebenszeit - pro Tag

Es ist unser täglicher und nahezu allwissender Begleiter, unser Unterhaltungsgarant, wenn wir uns langweilen, unser direkter Draht zur Außenwelt, und auf alle Fälle eines: mittlerweile aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken - das Smartphone. Doch der schöne Schein trügt, wie das Ergebnis einer Studie am Institut für Molekulare Psychologie der Universität Ulm zeigt. "Handys kosten uns drei Stunden unserer Lebens- und Arbeitszeit", erklärte Studienleiter Christian Montag im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" - jeden einzelnen Tag.

Wer kennt das Phänomen nicht: Langweilen wir uns, greifen wir zum Smartphone. Piepst es, greifen wir zum Smartphone. Arbeiten in der Freizeit, Mails kontrollieren - kein Problem dank Smartphone. Doch das vermeintliche kleine "Helferlein", mit dem nahezu alles möglich ist, diktiert unser Leben, raubt uns Lebenszeit und hemmt unsere Produktivität, wie Psychologieprofessor Montag gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" erklärt.

Smartphone "ist ein Zeitvernichter"
Alle 18 Minuten greifen Smartphone-Besitzer laut ihm zum Gerät, sei es in der Arbeit oder in der Freizeit: "Durch diese ständigen Unterbrechungen kommen sie gar nicht mehr in einen Flow - das ist der Zustand, wenn wir von einer Aufgabe völlig absorbiert sind, Zeit und Raum vergessen und produktiv sind", so Montag gegenüber der Zeitung. Es sei daher ein Irrglaube, dass das Smartphone für mehr Produktivität sorgt.

Besonders erschreckend: Drei Stunden unserer Zeit pro Tag (!) verbringen wir mit dem Handy. "Es ist ein Zeitvernichter", so der Professor im "SZ"-Interview. Und diese Zeitspanne fehle den Menschen dann für ein reales Miteinander im Alltag.

Handy erzeugt puren Stress
Auch verursacht die ständige Erreichbarkeit - und auch die eigene Erwartung, dass der Freund, Arbeitskollege, Mitarbeiter sein Handy stets griffbereit hat - puren Stress. "Etwa 40 Prozent nutzen ihr Handy sogar in den letzten fünf Minuten vorm Schlafen und schalten es in den ersten fünf Minuten nach dem Aufwachen an." Was natürlich auch dazu verführt, auch außerhalb seiner eigentlichen Arbeitszeit noch Geschäftliches zu erledigen. "Die Technik verleitet dazu, selbst um 23 Uhr noch eine berufliche Mail abzuseilen. Dabei ist das Wenigste so wichtig, als dass es nicht ein paar Stunden oder gar Tage warten kann", so Montag.

Der stete Drang, das Handy zur Hand zu nehmen, kann daher möglicherweise tatsächlich als Sucht bezeichnet werden. Denn wer kennt es nicht: Ist das Smartphone zu Hause am Tisch liegen geblieben, werden wir nervös - wir könnten ja etwas Wichtiges verpassen. Daher appelliert der Psychologieprofessor im an alle Nutzer: "Wir müssen anders mit den Geräten umgehen. Vieles, was wir am Smartphone machen, ist unnötig."

Aus dem Archiv: Video über Smartphone-Wahn wird Internet-Hit

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