Fr, 24. November 2017

Nach Klimagipfel

14.12.2015 07:03

Rupprechter: Energiewende in Österreich notwendig

Der Beschluss des Weltklima-Vertrages am Samstag in Paris wird auch für Österreich Konsequenzen haben. In der ORF-Sendung "Im Zentrum" unterstrich Umweltminister Andrä Rupprechter erneut, dass eine Energiewende notwendig sei. Rupprechter lobte den Beschluss noch einmal als "historisches Abkommen". Es sei eine Trendumkehr eingeleitet worden: Abschied vom fossilen Zeitalter hin zur Dekarbonisierung.

196 Staaten hätten sich zu Reduktionsverpflichtungen bekannt, die nun in vertragliche Verpflichtungen umgesetzt werden. "Das hat es noch nie gegeben", so der Minister. "Es braucht eine Energiewende, weg von den fossilen Energiequellen hin zu erneuerbaren", sagte Rupprechter. Beim Verkehr könnte dies etwa durch die stärkere Nutzung von E-Mobilität und eine weitere Entwicklung der Wasserstoff-Technologie erreicht werden. Auch eine ökologische Steuerreform soll vorangetrieben werden - einen genauen Zeitpunkt dafür wollte Rupprechter aber nicht nennen.

Glawischnig: "Seit 25 Jahren kein CO2 reduziert"
Für die grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig ist das Abkommen ein "Weckruf für Österreich". Österreich habe an sich gute Voraussetzungen für Klimaschutz, dennoch wurde "in 25 Jahren kein Gramm CO2 reduziert". "Man sollte den Auftrag wirklich ernst nehmen", sagte Glawischnig. Als erster Schritte sollten Subventionen für fossile Energiequellen abgeschafft und öffentliche Verkehrsmittel österreichweit leistbar gemacht werden. Eine Diskussion über eine ökologische Steuerreform sollte man schon "nächste Woche" angehen.

Rupprechter gegen Vorschriften bei Essgewohnheiten
Ob auch das Privatleben der Österreicher - etwa bei ihren Essgewohnheiten - durch den Vertrag beeinflusst wird, ist noch nicht klar. Rupprechter wehrte sich dagegen, den Menschen nun vorzuschreiben, weniger Fleisch zu konsumieren. "Es ist nicht die Aufgabe der Politiker, den Menschen zu sagen, was sie essen sollen oder nicht", so der Minister. Österreichisches Fleisch sei zudem klimafreundlich. Glawischnig drängte darauf, auf Lockangebote mit Billigfleisch zu verzichten. Zudem sollten sich lange Transportwege auch in den Kosten niederschlagen.

Für Karl Steininger, Klima-Ökonom der Uni Graz, birgt der Vertrag für Österreich enorme Chancen. "Wir könnten das Silicon Valley für erneuerbare Energien werden", sagte Steiniger. Der Ökonom ging auch davon aus, dass fossile Energiequellen künftig weniger gefragt sein würden, da die erneuerbaren immer billiger würden. Österreich würde seiner Meinung nach von einer ökologischen Steuerreform extrem profitieren.

Industrie warnt vor einseitigen Zusagen in Europa
Die Industriellenvereinigung (IV) steht einer solchen Reform an sich positiv gegenüber, aber nur "wenn die Steuerabgabenquote nicht steigt und wir an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen", so IV-Präsident Georg Kapsch. Die IV warnte nach dem Beschluss in Paris auch vor einseitigen verbindlichen Zusagen Europas, wenn sie den Wirtschaftsstandort gefährden könnten.

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