Fr, 24. November 2017

Slalom-Premiere

13.12.2015 13:21

Hirscher nach packender Aufholjagd auf Platz zwei

Was für eine Aufholjagd! Nach dem ersten Durchgang war Marcel Hirscher beim Slalom in Val d'Isere mit 1,66 Sekunden Rückstand auf Platz acht gelegen. Im zweiten Lauf legte der Salzburger eine perfekte Fahrt hin und raste sensationell auf Platz zwei. Der Halbzeitführende Henrik Kristoffersen war auch im zweiten Durchgang top und siegte mit 1,09 Sekunden Vorsprung. Der Norweger verhinderte damit den vierten Hirscher-Sieg in Folge. Felix Neureuther belegte Platz drei.

"Ja, das war das Maximum. Ich habe etwas probiert, das hat super funktioniert. Im Detail kann ich nicht sagen, was ich geändert habe. Es hat aber etwas genützt. Nochmals geht mir nicht so einer auf. Es war ein tolles Wochenende mit einer Schrecksekunde im ersten Lauf", so Hirscher im Ziel, der seine Weltcup-Führung vor Aksel Lund Svindal auf 123 Punkte ausbaute. Der Norweger ließ die Rennen in Frankreich aus gesundheitlich Gründen aus.

Kristoffersen hatte am Ende 1,09 Sekunden Vorsprung auf Hirscher, der nach dem ersten Durchgang nur Achter gewesen war. In der Entscheidung zündete der Salzburger aber ein Feuerwerk und fuhr eine überlegene Laufbestzeit heraus.

Die übrigen vier Österreicher in der Entscheidung landeten nicht im Spitzenfeld. Marc Digruber (3,81) war am Ende 15., Marco Schwarz (4,05) 18., Michael Matt (4,43) kam auf Platz 20. Reinfried Herbst (5,07), der seine Karriere nach dieser Saison wohl beenden wird, wurde 24. Manuel Feller, am Vortag im Riesentorlauf noch überraschender Vierter, schied wie Christian Hirschbühl und Wolfgang Hörl schon im ersten Durchgang aus.

Kristoffersen hatte "viel Spaß"
"Ich war schon ein bischen nervös. Das war ein wirklich guter zweiter Lauf von Marcel", ließ Kristoffersen seine Gefühle im Starthaus Revue passieren. "Ich hatte ein paar kleine Fehler, aber es war schnell. Ich bin sehr zufrieden." Der 21-Jährige war am Vortag im Riesentorlauf als Halbzeit-Zweiter gestürzt und nahm vor dem Rennen daher eine Schmerztablette ein, wie er nach dem ersten Lauf verriet. Dennoch habe er "viel Spaß" gehabt, sagte der Blondschopf.

Hirscher konnte sich seinen großen Rückstand im ersten Durchgang von 1,66 nicht recht erklären. "Es war schwer, auf Zug zu kommen. Ich habe gefightet, habe Gas gegeben, aber das war zu wenig", meinte der Salzburger. In der Pause zwischen den beiden Läufen tüftelte er mit seinem Team am optimalen Setup. "Ich habe ein bisserl was probiert, das hat für den zweiten Durchgang super funktioniert." Was genau er veränderte, wollte der 26-Jährige freilich nicht verraten.

Dass es am Ende so aufging, stimmte Hirscher jedenfalls positiv. "So ist es auch für den Slalom mehr Gewissheit da." Der Weltcup-Führende wolle nun ein paar Tage Pause machen. "Dann freue ich mich auf die Südtirol-Rennen, und weiter geht's zum Christkind."

Hirscher sorgte mit Platz zwei auch dafür, dass eine bemerkenswerte Serie eine Fortsetzung fand: Inklusive der WM 2009 hat es in Val d'Isere fünf Slalom-Entscheidungen gegeben, und immer war zumindest ein ÖSV-Läufer auf dem Treppchen.

Digruber als zweitbester ÖSV-Läufer 15.
Groß war die Erleichterung bei Digruber, der erstmals seit dem Jänner 2014 in Bormio wieder Weltcup-Punkte sammelte. "Ich habe alles riskiert im zweiten Durchgang. Das war ein super Lauf, bis auf einen kleinen Hakler vor dem Ziel ist mir alles aufgegangen", sagte der Niederösterreicher. "Ich habe immer gewusst, ich habe es drauf. Das habe ich heute umgesetzt."

Herbst haderte nach einem verpatzten zweiten Lauf mit dem Material. "Ich muss irgendwas erwischt haben. Ich bin ja herumgerutscht wie auf dem Eislaufplatz und habe überhaupt nicht damit gerechnet, dass ich ins Ziel komme. Aber die Welt geht nicht unter", meinte der 37-Jährige, der nach dem ersten Durchgang noch auf Position 17 lag.

Die Ski-Herren übersiedeln nun nach Italien. Ab dem kommenden Freitag stehen in Gröden, Alta Badia und Madonna di Campiglio fünf Rennen in fünf Tagen auf dem Programm.

Slalom in Val d'Isere, Endstand:
1. Henrik Kristoffersen (NOR) 1:38,87
2. Marcel Hirscher (AUT) 1:39,96 +01,09
3. Felix Neureuther (GER) 1:40,33 +01,46
4. David Chodounsky (USA) 1:41,20 +02,33
5. Julien Lizeroux (FRA) 1:41,29 +02,42
6. Patrick Thaler (ITA) 1:41,33 +02,46
7. Manfred Mölgg (ITA) 1:41,38 +02,51
8. Alexander Choroschilow (RUS) 1:41,62 +02,75
9. Daniel Yule (SUI) 1:41,66 +02,79
10. Mattias Hargin (SWE) 1:41,95 +03,08
11. Victor Muffat Jeandet (FRA) 1:41,98 +03,11
12. David Ryding (GBR) 1:42,22 +03,35
13. Riccardo Tonetti (ITA) 1:42,26 +03,39
14. Anton Lahdenperä (SWE) 1:42,27 +03,40
15. Marc Digruber (AUT) 1:42,68 +03,81
16. Jonathan Nordbotten (NOR) 1:42,82 +03,95
17. Reto Schmidiger (SUI) 1:42,88 +04,01
18. Marco Schwarz (AUT) 1:42,92 +04,05
19. Ramon Zenhäusern (SUI) 1:43,26 +04,39
20. Ted Ligety (USA) 1:43,30 +04,43
  . Michael Matt (AUT) 1:43,30 +04,43
22. Robin Buffet (FRA) 1:43,31 +04,44
23. Dominik Stehle (GER) 1:43,54 +04,67
24. Reinfried Herbst (AUT) 1:43,94 +05,07
25. Steve Missillier (FRA) 1:45,02 +06,15

Out im 1. Durchgang u.a.: Christian Hirschbühl, Manuel Feller, Wolfgang Hörl (alle AUT), Fritz Dopfer (GER), Andre Myhrer, Markus Larsson (beide SWE), Stefano Gross (ITA)

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