Di, 21. November 2017

Flüchtlingskrise

05.12.2015 13:43

Experte: „Integration am Arbeitsmarkt schwierig“

Die Integration der Flüchtlinge am Arbeitsmarkt sei schwierig und werde lange dauern: So schätzt das Heinz Faßmann von der Universität Wien, zuständig für Migrations- und Integrationsforschung, ein. Über das Ausbildungsniveau der geflohenen Menschen sei teilweise ein falsches Bild gezeichnet worden, die Realität sehe viel trister aus. Es sei mit Kosten von mehreren Hundert Millionen Euro zu rechnen.

Von den rund 85.000 Menschen, die heuer hierzulande um Asyl angesucht haben, wird laut Faßmann nur ein Teil für den heimischen Arbeitsmarkt relevant werden: "In Österreich mögen es vielleicht 40.000 bis 50.000 werden."

Teils nicht einmal als Hilfsarbeiter vermittelbar
Problematisch sei hier, dass über das Bildungsniveau der Flüchtlinge teilweise zu positive Bilder verbreitet worden seien. "Die ersten Qualifikationsauszählungen zeigen eher eine geringe Qualifikation", erklärte der Experte am Samstag im Ö1-"Mittagsjournal".

So würden nur zwei Drittel der Ankömmlinge aus Syrien über eine Primärschulausbildung verfügen. Bei den Afghanen seien es noch weniger, teilweise seien sie nicht einmal alphabetisiert. Damit seien diese Menschen selbst als Hilfsarbeiter schwer am Arbeitsmarkt unterzubringen.

Die Integration über Arbeit werde daher ein langer Prozess sein. "Wir werden mit der Gruppe der 2015 gekommenen Asylwerbern sicherlich in den nächsten drei bis fünf Jahren einiges an Maßnahmen setzen müssen, damit diese Arbeitsmarktintegration gelingt. und bei manchen wird es auch noch länger dauern", erklärte Faßmann.

Kosten von Hunderten Millionen Euro zu erwarten
Die Kosten würde er daher mit mehreren Hundert Millionen Euro für bedarfsorientierte Mindestsicherung ansetzen. Sollte die Integration nicht gelingen, so seien soziale Probleme zu befürchten, erklärte der Experte.

Aus dem Video-Archiv: So läuft die Ankunft der neuen Flüchtlinge ab

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