So, 22. Oktober 2017

Entwicklung in Wien

04.12.2015 16:50

Nur noch 33% der Mediziner sind Kassenärzte

Die Stadt Wien versucht mit dem Spitalskonzept 2030, Ambulanzen zu entlasten und Patienten in die hausärztliche Versorgung zu lenken. Doch die Zahlen der Ärztekammer, die der "Krone" vorliegen, zeigen: Der niedergelassene Bereich scheint dafür kaum gewappnet - nur noch 33 Prozent aller Mediziner sind Kassenärzte.

In den inneren Bezirken arbeiten bis zu 88 Prozent Wahlärzte. Die Flächenbezirke hingegen sind oft weder bei den einen noch bei den anderen beliebt. In Simmering etwa kommen auf 95.198 Einwohner gerade mal 100 Medinizer. "Für den Patienten ist das nicht mehr lustig", analysiert Professor Michael Kunze von der Med-Uni. Kassenärzte müssten danach trachten, in möglichst kurzer Zeit so viele Patienten wie möglich zu "behandeln", um kostendeckend zu arbeiten. Die Ärzte würden auch lieber anders: Immer mehr von ihnen entscheiden sich deshalb für die freie Praxis. "Bürokratie und Bewilligungsschikanen, strikte Öffnungszeiten, kaum Freiheiten und Kontrolle - das tut sich kein Arzt mehr an", so Kunze.

Auch das zeigen die Zahlen: Immer mehr Patienten gehen zum Wahlarzt, doch nicht jeder kann sich das leisten. Ausgerechnet in der Allgemeinmedizin und in der Kinderheilkunde gibt es besonders wenig Kassenärzte, gefolgt von Psychiatrie, Augenheilkunde und Neurologie. Im Büro von Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely betont man, die Verträge seien zwischen Krankenkassen und Ärztekammer auszuverhandeln. Die Stadt Wien wolle Primärversorgungszentren mit breiteren Öffnungszeiten fördern. Aktuell finden sich allerdings kaum Bewerber.

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