Mo, 20. November 2017

Kein Problem damit

03.12.2015 10:17

Hirscher: „Damen teilweise schneller als Herren“

Wie einst Lindsey Vonn möchte sich nun auch Mikaela Shiffrin mit den Ski-Herren messen. "In Schladming als Vorläuferin zu fahren, wäre cool", sagte die 20-jährige nach ihren Slalom-Glanzauftritten von Aspen, bei denen sie die restliche Damenwelt deklassiert hatte. Marcel Hirscher empfindet das nicht als Affront. Der Weltcupsieger weiß, dass Damen teilweise sogar schneller sind als die Herren.

Am ehesten im Riesentorlauf, wo die Ladies wegen der kürzeren und taillierteren Ski dank Radius-Vorteilen auf bestimmten Kursen sogar klar die Nase vorne haben. "Ich sehe keinen Grund, das nicht sagen zu dürfen. Wenn Topathletinnen wie Lindsey Vonn, Mikaela Shiffrin oder Anna Fenninger schneller fahren als wir, stört mich das auch nicht", kennt Hirscher keine Berührungsängste mit dem Thema.

"Müssen einen richtig guten Tag erwischen, um schneller zu sein"
"Teilweise müssen wir im Riesentorlauf sogar einen richtig guten Tag erwischen, um schneller zu sein", weiß der Slalom-Weltmeister von 2013. "Wenn wir schon in den Drift gehen müssen, können die Mädels immer noch durchziehen."

Die in der Abfahrt mit Herren-Material fahrende und oft überlegen siegende Lindsey Vonn hatte im Herbst 2012 sogar einen Antrag gestellt, in Lake Louise an der Männerabfahrt teilnehmen zu dürfen. Das Gesuch wurde vom Internationalen Skiverband (FIS) unter Berufung auf das Reglement aber abgelehnt.

Zuletzt hatte Vonn beim gemeinsamen Riesentorlauf-Training in Vail auch einige ÖSV-Herren hinter sich gelassen. Ein Vergleich, der aber aus Materialgründen im Skisport nicht zulässig ist wie etwa einer im Reitsport.

Vonn mit kürzeren Ski schneller als Svindal
Als 2011 zum Ärger vieler Herren aus Sicherheitsgründen die Riesentorlauf-Ski länger und weniger tailliert wurden, schrie vor allem die Männerwelt auf. "Lindsey war im Training plötzlich gegen einen Aksel Lund Svindal um ein Hauseck schneller", erinnert sich Head-Rennleiter Rainer Salzgeber. "Er ist sich damals vorgekommen wie ein Anfänger."

Derartige Vergleiche im Skirennsport sind also eigentlich unzulässig weil zu sehr Material- und kursabhängig. "Ich glaube auch nicht, dass Mika jetzt wirklich gegen die Herren fahren will", relativierte Shiffrins Atomic-Rennchef Christian Höflehner das Thema.

Shiffrin möchte ein Herrenrennen gewinnen
Die Amerikanerin selbst äußerte sich noch vor ihrem ersten Super-G-Auftritt diese Woche in Lake Louise nochmals dazu. "Ein Herrenrennen zu gewinnen wäre richtig cool. Ich bin aber nicht annähernd auf diesem Level", sagte Shiffrin.

"Mit einem Fehler wie meinem in Aspen wäre ein Mann nur noch Zehnter geworden. Ich habe hingegen trotzdem noch klar gewonnen", zeigte sie Respekt. "Die Burschen sind kräftiger, stärker und haben schnellere Ski. Das Thema ist also zwar schmeichelhaft für uns, aber nicht wirklich realistisch."

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