Fr, 17. November 2017

krone.at-Rückblick

01.01.2016 09:00

Heiße Handys: Das war das Smartphone-Jahr 2015

Das Smartphone-Jahr 2015 ist vorbei und mit der Consumer Electronics Show steht das nächste Neuheiten-Feuerwerk bereits vor der Tür. Bevor die IT-Welt ihre neuen Hoffnungsträger präsentiert, nutzt krone.at aber noch einmal die Gelegenheit für einen Rückblick. Welche Handys 2015 bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen haben, lesen Sie hier.

Aus Smartphone-Perspektive war 2015 ein ziemlich interessantes Jahr, und das verdankt es vor allem dem Prozessorhersteller Qualcomm. Er war mit seinem bisher stärksten Mobil-Chip, dem Snapdragon 810 mit acht Rechenkernen, 2015 in etlichen Oberklasse-Smartphones vertreten - und kam damit nicht so recht aus den Negativschlagzeilen.

Snapdragon 810 erwies sich als heißes Eisen
Egal, ob im HTC One M9, Sonys Xperia Z3+ und Z5, oder LGs G Flex 2: Der Qualcomm-Chip machte weniger mit seiner hohen Rechenleistung, sondern vor allem mit seiner großen Hitzeentwicklung von sich reden. Etliche Snapdragon-810-Geräte, die sich 2015 in unser Testlabor verirrten, fielen uns durch unangenehme Hitzeentwicklung auf. Einzig Google und Huawei gelang das Kunststück, mit dem Nexus 6P trotz Snapdragon-Chip ein unter Last lediglich handwarmes Gerät zu bauen.

Samsung profitierte von Qualcomms Schwäche
Die Schwäche Qualcomms spielte der Konkurrenz in die Hände. Vor allem Samsung konnte sich mit seinem selbst entwickelten Exynos-7-Chip von der Masse der Konkurrenten abheben. Der im fortschrittlichen 14-Nanometer-Prozess gefertigte Chip deklassierte seine Konkurrenz nicht nur bei der rohen Leistung, sondern blieb unter Last auch kühler als seine Rivalen. Kein Wunder, dass Samsungs Galaxy-S6-Reihe sich im Frühling in Tests mit Abstand an die Spitze der Smartphone-Rangliste setzen konnte.

LG und Huawei umschifften CPU-Hitzeprobleme
Gewieft umschiffte derweil LG die Hitzeprobleme des Snapdragon 810. Zwar kam Qualcomms Heißläufer als Herzstück des G Flex 2 zum Einsatz, beim wenige Monate später enthüllten G4 und der Herbst-Neuheit Nexus 5X hingegen setzten die Koreaner aber lieber auf den kleinen Sechskern-Bruder Snapdragon 808, der sich als sparsamere und nur wenig schwächere Alternative entpuppte. Auch Huawei konnte mit seinem P8 die Hitzeprobleme des Qualcomm-Prozessors umgehen, indem die Chinesen auf einen Chip aus eigener Fertigung setzten. Wie sich in unserem Test zeigte, eine gute Entscheidung!

Apple betrieb mit iPhone 6S Modellpflege
Und Apple? Der iPhone-Konzern aus Cupertino verhielt sich in der ersten Jahreshälfte traditionell ruhig. Die Gerüchteküche brodelte und sagte dem neuen iPhone alle möglichen phantastischen Eigenschaften nach. Ein unzerbrechliches Display sollte es haben. Und eine überarbeitete Kamera. Die hatte es dann neben einem druckempfindlichen Display tatsächlich, ein wirklich großer Sprung nach vorn war das iPhone 6S (Plus) aber im Vergleich zum Vorgänger nicht. Modellpflege halt.

Kein Galaxy Note für europäische Kunden
Eine Überraschung hatte der Herbst dann aber doch noch in petto. Samsung entschied sich - für viele recht überraschend -, sein beliebtes Galaxy Note in der nunmehr fünften Auflage nicht in Europa zu verkaufen, stattdessen brachten die Koreaner mit dem Galaxy S6 Edge+ eine größere Version des futuristischen Galaxy S6 Edge mit über die Gehäusekante gezogenem Display auf den Markt. Kein schlechtes Gerät, aber auch kein echter Ersatz für das Galaxy Note mit seinem Eingabestift.

Viele Smartphone-Experimente im Herbst
Neben Samsung überraschten freilich auch andere Hersteller mit ihren Herbst-Smartphones. Sony zum Beispiel, wo man das neue Android-Flaggschiff Xperia Z5 in gleich drei Varianten (Compact, Normal, Premium) auf den Markt gebracht und der Premium-Version sogar ein 4K-Display spendiert hat. Der Praxistest zeigte freilich: Sehr viel mehr als der Marketing-Schmäh, das erste 4K-Handy im Sortiment zu haben, gelang Sony mit seinem Xperia Z5 Premium nicht.

Überhaupt beobachteten wir im Herbst bei einigen Herstellern interessante Experimente. Huawei versuchte mit seinem Mate S, nicht nur bei der Hardware, sondern auch der Preisgestaltung zu den etablierten Herstellern aufzuschließen. Ob es glückt, muss sich zeigen - ebenso wie die Erfolgsaussichten für HTCs One A9, das mit Mittelklasse-Technik im Oberklasse-Chassis zum Oberklasse-Preis bei den Kunden punkten will.

Interessante Features bei den Underdogs
Abseits des reinen Auflösungs- und Leistungswettrüstens der großen Smartphone-Player gab es 2015 vor allem von weniger bekannten Marken interessante Geräte - viele davon leider nicht für Europa. Lenovo beispielsweise hat bereits im Frühling sein interessantes Foto-Handy Vibe Shot enthüllt und im Herbst mit dem Vibe P1 mit dickem 5000-mAh-Akku nachgelegt. Die taiwanesischen Hersteller Asus und Acer haben sich ebenfalls mit interessanten Geräten in Position gebracht - etwa dem Asus Zenfone Max und dem Acer Liquid Z630, die ebenfalls mit Riesen-Akku ausgestattet sind.

Ebenfalls einen ganz eigenen Weg geht das holländische Starttive auf der Tagesordnung, sondern vor allem Nachhaltigkeit. Man setzt auf fair hergestellte Elektronik aus ethisch vertretbaren Quellen - und arbeitet auf dieses Ziel gemeinsam mit dem österreichischen Leiterplattenhersteller AT&S hin. Das Gerät ist fast werkzeuglos reparierbar und hinterließ beim Kurztest einen durchaus interessanten Eindruck.

Windows 10 drängt auf das Smartphone
Bei Microsoft verhielt man sich 2015 im Smartphone-Bereich bis vor kurzem recht ruhig. Der US-Softwareriese präsentierte im Verlauf des Jahres zwar einige Einsteiger- und Mittelklasse-Lumias mit Windows Phone, seine neuen High-End-Geräte mit Windows 10 hat er aber erst vor wenigen Wochen enthüllt. Ob Microsoft mit dem Lumia 950 und 950 XL das Comeback gelingt, muss sich in den nächsten Monaten zeigen.

Und was bringt das neue Jahr?
Angesichts der Smartphone-Errungenschaften des vergangenen Jahres - krumme Displays, 4K-Auflösung, pfeilschnelle Prozessoren, lichtstarke Kameras - drängt sich nach dem Jahreswechsel nun vor allem eine Frage auf: Wie geht es weiter? Eigentlich erscheinen die meisten Smartphones mittlerweile so ausgereift, dass nur mehr wenig Luft nach oben ist. Noch schärfere Displays bemerkt man in der Praxis nicht, die CPU-Leistung ist schon jetzt höher, als für die meisten Anwendungsszenarien nötig. Was noch fehlt, sind leistungsfähigere Akkus. Ob sie 2016 kommen, zeigen die nächsten Monate.

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