Sa, 18. November 2017

„1 Milliarde Euro“

30.11.2015 11:56

Rummenigge fordert mehr TV-Gelder für Topklubs

Karl-Heinz Rummenigge hat seine Erwartungen an den künftigen Fernsehvertrag der deutschen Bundesliga konkretisiert. "Schritt eins muss die Steigerung der Einnahmen auf etwa eine Milliarde Euro sein", sagte der Vorstandsvorsitzende von Bayern München im "Kicker"-Interview (Montag). "Im zweiten Schritt geht es um den Verteilermechanismus." Hier fordern die Bayern mehr Geld für die Topklubs.

Mit dem aktuellen noch bis 2017 laufenden Vierjahresvertrag erlöst die Deutsche Fußball Liga (DFL) insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro. Von 2017/18 an sollen es nach den Vorstellungen von Rummenigge etwa eine Milliarde Euro pro Saison sein. Diese Zielmarke werde "kein Selbstläufer", sagte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Meisters.

Vor der DFL-Mitgliederversammlung der 36 Vereine der ersten und zweiten Bundesliga an diesem Mittwoch in Frankfurt ist eine heftige Debatte über die TV-Vermarktung entbrannt. Der FC Bayern München fordert angesichts des neuen Milliardenvertrages in England mehr Geld für die international tätigen Bundesliga-Topvereine. "Wir führen jede Diskussion über Solidarität mit, solange sie nicht unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit gefährdet", meinte Rummenigge dazu.

Zuspruch erhielt der 60-Jährige dabei aus Wolfsburg. "Was wir in den vergangenen Jahren gemacht haben bei der Verteilung der TV-Gelder, verlangt schon eine Menge Solidarität der größeren Klubs. Ich kann die Überlegungen der Bayern verstehen", sagte Klaus Allofs, Geschäftsführer von Vize-Meister VfL Wolfsburg. Allerdings wüssten die SpitzenKlubs inklusive des FC Bayern, "dass wir in der Bundesliga nicht zu sehr auseinanderdriften dürfen", ergänzte Allofs.

Augsburg-Manager warnt vor Zusammenbruch der Solidargemeinschaft
Im härter werdenden Verteilungskampf um die TV-Gelder hat auch Augsburgs Manager Stefan Reuter vor dem Zusammenbruch der Solidargemeinschaft im deutschen Profifußball gewarnt. "Ich glaube, dass die Solidargemeinschaft sehr wichtig ist für die Liga", sagte Reuter und betonte: "Ich hoffe, dass sie Bestand hat."

Er halte gar nichts von Vorschlägen wie den des Zweitligisten FC St. Pauli, der Werksvereine wie Bayer Leverkusen oder den VfL Wolfsburg bei den Erlösen aus der Zentralvermarktung ausgrenzen möchte. "Das provoziert, dass die Großen rausgehen und sich einzeln vermarkten. Das wäre eine Katastrophe für die Liga", sagte Reuter am Sonntag. Auch Allofs meinte an die Adresse des FC St. Pauli, die Zweitliga-Vereine würden finanziell von der Solidarität der Erstligisten deutlich profitieren.

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