Mi, 18. Oktober 2017

Ärger für Kunden

27.11.2015 10:45

Zielpunkt-Pleite: Jetzt sind Gutscheine wertlos

Die Lebensmittelkette Zielpunkt ist pleite und wird Insolvenz anmelden. Damit werden Gutscheine ab sofort nicht mehr in den Filialen angenommen!

Viele empörte Kunden haben schon bei der Ombudsfrau nachgefragt, warum Gutscheine in den Zielpunkt-Filialen nicht mehr angenommen werden. Besonders bitter ist das für all jene, die ihre Gutscheine für das Weihnachtsbudget veranschlagt haben. Eine Pensionistin sitzt etwa auf wertlosen Scheinen in Höhe von 300 Euro: "Ich habe mich darauf verlassen, dass ich damit einkaufen gehen kann."

Zielpunkt beruft sich nun auf die Gesetzeslage. Ab Eintritt der Zahlungsunfähigkeit dürfen keine Gutscheine mehr eingelöst werden, da diese rechtlich eine Forderung darstellen. Gutschein-Inhaber sind quasi zu Gläubigern der Handelskette geworden. Das bestätigt auch der Verein für Konsumenteninformation (VKI). Würde die Lebensmittelkette noch Gutscheine annehmen, könnte das als Bevorzugung von manchen Gläubigern gewertet werden.

Lohnt sich Insolvenzverfahren für Kunden?
Für die Konsumenten ist das eine unbefriedigende Situation. Sie können ihre Forderungen in Form eines Ersatzanspruches, der nur als Quote ausbezahlt wird, anmelden, sobald das Insolvenzverfahren eröffnet wird. "Das Problem besteht darin, dass Gläubigern letztlich eben nur eine gewisse Quote zugesprochen wird", so VKI-Juristin Ulrike Wolf. Damit könnte sich die Beteiligung am Verfahren für Kunden möglicherweise nicht rentieren.

"Angenommen ich besitze noch 100 Euro in Form von Gutscheinen, beteilige mich am Insolvenzverfahren und es wird vom Gericht eine Quote von fünf Prozent festgelegt, werden mir fünf Euro zugesprochen. Davon sind noch die Gerichtskosten von 22 Euro zu begleichen." Der VKI wird zeitgerecht auf seiner Webseite über alle möglichen Schritte informieren: www.konsument.at

Video: Das sagen Zielpunkt-Kunden zur Pleite

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