Di, 21. November 2017

Soziales Engagement

25.11.2015 18:48

Edel-Brenner Reisetbauer baut privates Asyl-Dorf!

Die Oberösterreicher zeigen Engagement in der Flüchtlingskrise: Schon bei fast einem Drittel der 10.871 organisierten Asylwerberquartiere haben Private ihre Hände im Spiel, stellen Wohnraum oder Grundstücke zur Verfügung. Die "Krone“ hat nun ein privates Dorf für 48 Flüchtlinge in Kirchberg-Thening besucht, dass der weltbekannte Edel-Schnapsbrenner Hans Reisetbauer errichtete.

Wo in dem ruhigen Ortsteil Axberg in Kirchberg-Thening vor zwei Monaten eine Wiese zwischen Obstbäumen lag, stehen jetzt drei Häuser und wohnen 48 Asylwerber aus Syrien, Afghanistan, Pakistan, dem Irak und dem Iran, 22 davon sind Kinder. Errichtet wurden die Fertighäuser der Firma GHS auf dem Grund von Hans Reisetbauer, der diesen Schritt nach dem Besuch eines ähnlichen Projekts im August beschlossen hatte: "Firmen wie Halatschek kamen uns entgegen, deshalb ging es so schnell, seit drei Wochen leben die Flüchtlinge bei uns" - siehe auch unser Interview mit dem Spirituosen-Hersteller weiter unten.

WLAN und Fahrräder für Flüchtlinge am wichtigsten
Die jungen Familien, fünf der Frauen sind schwanger, leben sich rasch ein, am wichtigsten sind für sie Fahrräder, mit denen sie zum zwei Kilometer entfernten Supermarkt einkaufen fahren, und WLAN, um mit ihren Verwandten daheim zu kommunizieren: "Ein Bursch hat sich so über sein neues Zuhause gefreut, dass er mit uns Selfies gemacht hat - als er sie seinem Vater geschickt hat, sind ihm die Tränen heruntergeronnen", weiß Julia Reisetbauer, dass die Asylwerber nur selten über ihre schlimmen Erlebnisse sprechen. Sechs Sprachkurse finden pro Woche in dem Flüchtlingsdorf statt, die Kleinkinder grüßen schon auf Deutsch. Im Frühling sollen Gemüsebeete angelegt werden, nicht nur, um sich selber zu versorgen, sondern auch, damit sie eine Aufgabe haben: "Sie wollen nicht alles geschenkt bekommen", sagt Reisetbauer.

Warum sich Hans Reisenbauer dazu entschloss, Flüchtlingen bei sich zu Hause zu helfen, erzählte er "Krone"-Redakteurin Jasmin Gaderer.

"Krone": Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Flüchtlingsunterkünfte  zu errichten?
Hans Reisetbauer: "In der Familie haben wir schon länger darüber diskutiert, meine Töchter wollten, dass wir etwas tun. Denn die politische Diskussion ist furchtbar. Ein anderes Projekt hat mich inspiriert, Firmen und das Land haben geholfen. Und viele Gemeindemitglieder unterstützen uns jetzt noch."

"Krone": Wie funktioniert das Zusammenleben?
Reisetbauer: "Die Leute sind super, sie laden uns zum Tee ein oder kochen auch für uns. Nur muss man ihnen Sachen wie das Mülltrennen erst erklären, das kennen sie nicht. Sie lieben auch das Radfahren, Verkehrsregeln lernen sie jetzt auch langsam."

"Krone": Gibt es böse Zungen?
Reisetbauer: Sicher, es gab auch Gegenwind und sogar Beschimpfungen.

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