Do, 23. November 2017

Anzeige erstattet

25.11.2015 13:47

„Erziehungsziel Dschihad“ in Wiener Kindergarten?

In einem Wiener Kindergarten soll eine auf einem umstrittenen Buch basierende Broschüre als Unterrichtsmaterial zum Einsatz kommen. In dem Druckwerk ist unter anderem vom "Erziehungsziel Dschihad" die Rede. Bei der Staatsanwaltschaft Wien ging mittlerweile eine entsprechende Anzeige ein, wie ein Sprecher am Mittwoch bestätigte. Der Betreiber des Kindergartens dementiert. FPÖ und ÖVP fordern sofortige Maßnahmen vonseiten der rot-grünen Stadtregierung.

Laut der (der Austria Presse Agentur vorliegenden) Sachverhaltsdarstellung - die Einbringer wollen öffentlich nicht genannt werden - sei die Publikation mit dem Titel "Vorträge über den Islam Nr. 3, Die Erziehung unserer Kinder" in einem Kindergarten im 10. Wiener Gemeindebezirk als "Material für Kindergartenpädagogen" verwendet worden. Zumindest habe das ein ehemaliger Mitarbeiter des Kindergartens berichtet.

Dschihad als letzte Phase der islamischen Kindeserziehung
In der Broschüre werden etwa vier Stufen der islamischen Erziehung des Kindes angeführt, als deren letzte Phase der Dschihad genannt wird. "Ich meine, dass wir etwa um das 15. Lebensjahr herum damit rechnen dürfen, unsere Kinder für den Begriff des Dschihad aufgeschlossen zu finden", schreibt die Autorin Fatima Grimm auf Seite 19/20. Kämpfen für Gottes Sache lasse sich "zwar vor allem mit dem Schwert, wo dies jedoch nicht möglich oder notwendig ist, auch mit der Feder, dem Spaten, dem Skalpell oder meinetwegen sogar mit der Nähnadel oder dem Kochlöffel".

Autorin ist Tochter von berüchtigtem SS-Offizier
Grimm ist die inzwischen verstorbene Tochter von SS-Obergruppenführer Karl Wolff, der wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 300.000 Fällen infolge von Deportationen ins Vernichtungslager Treblinka verurteilt wurde. "Die Erziehung unserer Kinder" wurde 1995 veröffentlicht, fußt auf einem Vortrag aus den 1970er-Jahren und gehört zu Grimms umstrittensten Publikationen - wobei sich die Autorin später davon distanziert hatte.

SPÖ lässt prüfen, FPÖ und ÖVP fordern Konsequenzen
Im Büro von Bildungsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) teilte man mit, dass man der Sache nachgehen werde. "Wir prüfen das", sagte eine Sprecherin. Nähere Informationen gebe es noch nicht. Wiens FPÖ-Klubobmann Dominik Nepp zeigte sich entsetzt. Für ihn steht fest: "Diesen Dschihad-Kindergarten muss man sofort schließen!" Der Wiener ÖVP-Chef Gernot Blümel forderte, Rot-Grün müssen eine Radikalisierung im Kindergarten umgehend unterbinden. "Es muss endlich Schluss sein mit überzogener Willkommenskultur und linker Naivität", so Blümel.

Der Betreiber des betroffenen Kindergartens dementierte den Vorwurf gegenüber einer Zeitung. "Davon ist kein Wort wahr. Wir erziehen die Kinder gar nicht religiös", wird er zitiert.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden