Fr, 25. Mai 2018

"Star Wars"-Shooter

23.11.2015 14:47

Viel bezahlen du noch musst: "Battlefront" im Test

Kurz vor dem Kinostart des neuen "Star Wars"-Films "Das Erwachen der Macht" am 17. Dezember haben EA und das "Battlefield"-Studio DICE das passende Videospiel zum Film veröffentlicht. In "Star Wars: Battlefront" schlüpfen die Spieler in die Haut imperialer Truppen und Rebellen, klemmen sich hinter das Steuer von X-Wing und Tie-Fighter und tauchen in bekannte Schlachten aus den Kultfilmen ein. Ob die Macht in "Battlefront" stark ist, erfahren Sie im großen krone.at-Videotest.

Im Herbst 2012 spürten wir eine Erschütterung der Macht. George Lucas verkaufte sein Lebenswerk an den Medienkonzern Disney - inklusive dem für "Star Wars"-Games und Klassiker à la "Monkey Island" bekannten Spielestudio LucasArts.

Ein halbes Jahr später die nächste Erschütterung der Macht: Electronic Arts sicherte sich das Recht, Video- und Computerspiele im "Star Wars"-Universum zu programmieren und kündigte eine Neuauflage der beliebten "Battlefront"-Reihe an.

Manch ein langjähriger "Star Wars"-Fan wird sich damals gefragt haben: Disney und EA - kann das gut gehen? Nachdem wir das neue "Battlefront" ausgiebig getestet haben, können wir die Frage mit einem klaren "Jein" beantworten.

Umwerfende Optik, spielerische Armut
Mit ihrem Millionenbudget ist es den beiden Unterhaltungsgiganten gelungen, das optisch bislang schönste "Star Wars"-Game aus dem Boden zu stampfen. Wenn man in "Battlefront" durch die üppige Vegetation des Waldmondes Endor kriecht oder den eisigen Rebellenstützpunkt Hoth in 40-Spieler-Massenschlachten gegen anrückende imperiale AT-ATs verteidigt, ist man im ersten Moment baff. Die Grafik kratzt am Fotorealismus, die Sounds gleichen ihren Filmvorlagen wie ein Ei dem anderen. Höchstens über die deutsche Synchronisierung ließe es sich streiten.

Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Im Test zeigte sich, dass EA während der Entwicklung des Spiels offenbar den Pfad zur dunklen Seite beschritten und sich mehr für Gewinnmaximierung als für die Wünsche der Fans interessiert hat.

Für ein Vollpreis-Game eher wenig Umfang
Anders ist nicht zu erklären, dass "Battlefront" mit einer Vielzahl mehr oder minder spaßiger Mehrspielermodi aufwartet, von denen aber nur wenige wirklich langfristig fesseln. Die Zahl der Mehrspielerkarten ist recht überschaubar. Gleichzeitig wird der Solo-Part lieblos hingewurstelt und Käufern des 70-Euro-Games gleich mal die Anschaffung des Season Pass nahelegt, um die künftig erscheinenden DLC-Zusatzinhalte spielen zu können.

Die sollen dann Dinge ins Spiel bringen, die sich Fans schon für das Hauptspiel gewünscht hätten - zum Beispiel mehr Karten und Schauplätze. Bislang können Spieler die Planeten Hoth, Endor, Tatooine und Sullust erforschen, viele Orte - etwa Naboo oder der aus Episode 2 bekannte Klonkrieg-Planet Geonosis - fehlen aber und werden wohl nachgereicht. Wer mit "Battlefront" länger Spaß haben und auch in ein paar Monaten alle neuen Karten spielen will, kommt dadurch nicht umhin, insgesamt deutlich über hundert Euro auf den Tisch legen.

Verkorkste Luftkämpfe, schlechte Helden-Balance
Das ist umso frecher, weil man beim Spielen immer wieder das Gefühl hat, der Verkaufsversion fehlt irgendetwas. Das fängt beim monotonen Einzelspielermodus an, setzt sich bei der verkorksten Steuerung im "Jägerstaffel"-Modus und der geringen Zahl steuerbarer Fahrzeuge - bei den Vorgängern immerhin eines der beliebtesten Features - fort, und endet bei den eher halbherzig ins Shooter-Gameplay integrierten und insgesamt schlecht ausbalancierten "Star Wars"-Helden Darth Vader, Luke Skywalker, Prinzessin Leia, Han Solo, dem Imperator und Kopfgeldjäger Boba Fett.

Immerhin: Auch, wenn "Battlefront" spielerisch manches vermissen lässt, bringt es doch eine Tugend mit, die heute nicht selbstverständlich ist. Die Server waren dem Spieler-Ansturm zum Spielstart weitgehend gewachsen, Ausfälle oder sonstige Probleme beobachteten wir am Release-Wochenende nicht.

Fazit: Klar ist "Battlefront" ein unterhaltsamer Mehrspieler-Shooter geworden, in dem man einige Stunden spektakuläres "Star Wars"-Popcornkino erlebt und Spaß hat. Spielerisch und in puncto Umfang reicht das neue "Battlefront" aber nicht an die Klassiker heran, in denen man noch größere 64-Spieler-Massenschlachten mit Fahrzeugen erlebte. Vielleicht bessert sich die Situation mit den kommenden DLC-Inhalten. Wir sind aber der Ansicht, dass ein Game bereits zum Marktstart einen Anschaffungspreis von 70 Euro rechtfertigen sollte - und nicht erst, nachdem man noch einmal 50 Euro für den Season Pass draufgelegt hat.

Plattform: PC (getestet), PS4, Xbox One
Publisher: EA
krone.at-Wertung: 6/10

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