So, 27. Mai 2018

"styriarte" 2016

20.11.2015 14:14

Der Kampf um die Freiheit

"Es lebe die Freiheit - Viva la libertà". Unter diesem, Mozarts "Don Giovanni" entlehntem Motto steht die "styriarte" 2016 von 24. Juni bis 24. Juli 2016. Der künstlerische Paukenschlag war ja schon bekannt: Nikolaus Harnoncourt wird im Festival alle Symphonien Beethovens aufführen. Um die großen Freiheitsmusiken Beethovens gruppiert die "styriarte" einen Monat lang mehrere Themenstränge über die täglich neu zu erkämpfende freie Gesellschaft.

"Am Abgrund ist es am schönsten", meint "styriarte"-Intendant Mathis Huber. Dass der bald 86-jährige Nikolaus Harnoncourt, der immer häufiger Konzerte absagen muss, im Sommer 2016 ein solch riesiges Beethoven-Pensum absolvieren will, sei organisatorisch natürlich ein großes Wagnis, das man,angesichts eines "Jahrhundertprojekts" sehr gern eingeht. Fünf Wochen wird Harnoncourt in Graz proben und konzertieren, es ist die einzige zyklische Aufführung der Werke auf Originalinstrumenten, die der Dirigent je leiten wird.

Angesichts der Nähe Beethovens zur Französischen Revolution und der ständigen Beschäftigung des Komponisten mit der Idee der Freiheit war der Weg zum Thema 2016 recht kurz. Dass gesellschaftliche Freiheit täglich neu zu erkämpfen ist, haben die Ereignisse in Paris drastisch vor Augen geführt. Die islamistischen Mordbanden, die gegen eine freie, offene Gesellschaft ausgezogen sind, die Angstmacher und Demagogen in der westlichen Politik, die immer lauter schreien und die neuen Zäune, die überall aufgezogen werden sollen: Die Freiheit hat wieder einmal schlechte Karten.

Die Sklaverei in Amerika
Die "styriarte" zeigt, welche heroischen Kämpfe die Menschheit für mehr Freiheit ausgefochten hat. Ein Themenstrang beschäftigt sich mit der Sklaverei. Jordi Savall stellt sein neues Projekt vor, Karl Markovics wiederholt seinen grandioses "Psalm"-Abend mit Reden von Martin Luther King und Abraham Lincoln und ein Gospel-Konzert thematisiert den freiheitskämpferischen Subtext von geistlicher Musik.

An den Freiheitskampf der Frauen erinnert ein Konzert, dass das gespannte Verhältnis zwischen der Feministin und Komponistin Ethel Smyth und Johannes Brahms beleuchtet. Die streitbare Sängerin Elisabeth Kulman stellt ein Programm zum Thema "La femme, c’est moi" zusammen und wieder hat die "styriarte" sechs Komponistinnen Arbeitsaufträge erteilt.

Recht politisch wird es auch in den Programmen zu Verdi, dem auch eine SOAP gewidmet ist. Die andren SOAPs (der nun schon etablierten Mischung aus Konzert und Lesung) widmen sich Schubert und Mozart.

Feste und eine Oper im "Taschenformat"
Natürlich gibt es auch wieder die beliebten Feste in Eggenberg, in Stübing und zur Eröffnung Und eine szenische Oper gibt’s auch: Glucks "Orfeo ed Euridice", gespielt vom Orchester recreationBAROCK und gesungen von Countertenor-Star Valer Sabadus. Die szenische Umsetzung als Figurentheater übernimmt das Kabinetttheater Wien.

Alle Infos und Karten online finden Sie hier.

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